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Bangladesch: Sieg ohne Gegenkandidat

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Bangladesch: Sieg ohne Gegenkandidat

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Bei der von Gewalt überschatteten Parlamentswahl in Bangladesch haben die Wahllokale geschlossen. Wegen eines Boykotts der Opposition steht ohnehin fest, dass die regierende Awami-Liga gewinnt. In 153 der 300 Wahlkreise fand gar keine Abstimmung statt. Regierungschefin Sheik Hassina von der Awami-Liga kann mit einer deutlichen Mehrheit rechnen, denn 21 Oppositionsparteien hatten ihre Anhänger zum Boykott aufgerufen. Regierung und Opposition hatten sich im Vorfeld nicht auf die Modalitäten der Wahl einigen können.

“Es fühlt sich nicht gut an, ohne Gegenkandidat zu gewinnen. Wir hätten uns gerne der Abstimmung gestellt, wenn die Opposition mit im Boot gewesen wäre”, sagte die frühere Außenministerin Dipu Moni der Nachrichtenagentur dpa.

Die Wahlbeteiligung war sehr gering. Bei Straßenschlachten zwischen Anhängern unterschiedlicher Parteien und der Polizei starben allein am Sonntag zwölf Menschen. In den Wochen vor der Wahl waren bei Gewaltausbrüchen mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen.

Die EU entsandte keine Wahlbeobachter, weil sie nicht von einer fairen und freien Wahl ausgeht. Nur zwei Wahlbeobachter aus Indien und aus Bhutan waren angereist.