Eilmeldung

Eilmeldung

Afrikanische Flüchtlinge demonstrieren in Tel Aviv

Sie lesen gerade:

Afrikanische Flüchtlinge demonstrieren in Tel Aviv

Schriftgrösse Aa Aa

Mehere tausend afrikanische Flüchtlinge haben am Montag in Tel Aviv vor ausländischen Botschaften demonstriert. Sie zogen vor die Vertretungen der USA, Großbritanniens, Kanadas, Italiens und Deutschlands, um gegen eine Neuregelung des Aufenthaltsrechtes zu protestieren. Sie ermöglicht eine unbefristete Internierung.

“Wir sind vor dem Krieg geflohen, vor dem Völkermord. Wir sind Flüchtlinge. Die israelische Regierung muss uns grundlegende Flüchtlingsrechte gewähren, wie Recht auf Arbeit, Zugang zu Sozialleistungen. Wir bleiben hier, bis sich die Lage in unserer Heimat verbessert”, sagte Dawit Domuz.

Die meisten der 60.000 afrikanischen Flüchtlinge stammen wie Domuz aus Eriträa oder dem Sudan. Ihr Protest ist auf zwei Tage angelegt. Am Sonntag demonstrierten mehr als 10.000 Afrikaner vor dem Rathaus von Tel Aviv. Die israelische Regierung sieht in ihnen keine Flüchtlinge.

“Die meisten dieser Einwanderer kommen illegal über die Grenze und suchen Arbeit. Wir versuchen damit zurechtzukommen und sie zu ermutigen, nicht zu zwingen, zurückzukehren”, betont der Minister für Sicherheitsfragen und Nachrichtendienste, Juval Steinitz.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte sich unnachgiebig. Die Demonstrationen seinen unnütz, man werde die “illegalen Eindringlinge” entsprechend internationaler Normen behandeln. Die UN-Flüchtlingsbeauftragte in Israel kritisierte den Begriff “Eindringling”. Die unbefristete Internierung von Flüchtlinge in der neuen Anlage in der Negev-Wüste an der Grenze zu Ägypten sei “besonders beunruhigend”.