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Bangladesch: Tödliche Proteste und ein Generalstreik

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Bangladesch: Tödliche Proteste und ein Generalstreik

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Das Ergebnis der umstrittenen Parlamentswahl stürzt Bangladesch tiefer in die Krise. Auch am Tag nach der Wahl kam es zu heftigen Protesten, Anhänger der Opposition wollen zwei Tage lang streiken. Sie hatten bis zuletzt versucht, den Urnengang zu verhindern. Polizisten setzten Tränengas ein, um die Demonstranten auseinander zu treiben.

Wegen des Wahlboykotts der Regierungsgegner stand die regierende Awami-Liga von Ministerpräsidentin Sheik Hasina von vorneherein als Sieger fest.

In den Zeitungen sei von massivem Wahlbetrug die Rede, meint Shafiqur Rahman, ein Mann aus Dhaka. Viele Menschen seien getötet worden. Die Wahl sei nicht fair verlaufen.

Von der tödlichsten Abstimmung, die es jemals in Bangladesch gab, ist auf den Titelseiten die Rede. Weit mehr als 20 Menschen wurden bei den Unruhen getötet. Trotz Zehntausender Sicherheitskräfte gingen am Sonntag zahlreiche Wahllokale in Flammen auf.

Der Urnengang vergrößtert die Kluft, die das Land ohnehin seit Jahren spaltet. Seit 22 Jahren standen fast ausschließlich Sheik Hasina oder die Chefin der Oppositionspartei Begum Khaleda Zia an der Spitze der Regierung. Die zwei Politikerinnen sind Rivalinnen.

Wegen des Wahlboykotts der Regierungsgegner verzichteten die USA und die Europäische Union darauf, Wahlbeobachter zu entsenden.