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Türkische Lira fällt und fällt

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Türkische Lira fällt und fällt

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Die türkische Lira taumelt von einem Rekordtief zum nächsten. Die Turbulenzen um die Korruptionsaffäre im Umfeld von Gefolgsleuten von Ministerpräsident Erdogan und Machtkämpfe machen der Währung zu schaffen. Begonnen hatte die Rutschpartie mit der Ankündigung einer weniger expansiven US-Geldpolitik im Mai 2013. Sie hatte zur Kapitalflucht aus Schwellenländern geführt.

Aktuell kostet die Lira in US-Dollar rund 10 Prozent weniger als vor 4 Wochen.

Finanzminister Mehmet Simsek befürchtet “negative Auswirkungen” des Währungsverfalls auf die türkische Wirtschaft.

Die Renditen türkischer Staatsanleihen haben sich seit Mai mehr als verdoppelt. Die Zentralbank hält mit ihren Währungsreserven dagegen und hat rund 18 Milliarden US-Dollar verkauft.

Eine Zwickmühle: Nach dem Boomjahr 2011 mit einer Wachstumsrate von fast 9%, hatte das Leistungsbilanzdefizit ein kritisches Niveau von rund 10% des BIP erreicht – der langsame Abbau zählt zu den politischen Langfristzielen.

Schrumpfen bis dahin aber die Währungsreserven – verfügbar sind rund 40 Milliarden Dollar – dann nagt das an der Bonität.

su mit Reuters