Eilmeldung

Eilmeldung

Bordeaux und Nantes verbieten Dieudonné-Shows

Sie lesen gerade:

Bordeaux und Nantes verbieten Dieudonné-Shows

Schriftgrösse Aa Aa

Nantes, Tours, Bordeaux, bald auch Orléans und Marseille: Diese französischen Städte verbieten Auftritte des umstrittenen Komikers Dieudonné M’bala M’bala. Berühmt gemacht hatte den Franzosen mit afrikanischen Wurzeln vor wenigen Wochen auch im Ausland der von ihm erfundene “Quenelle”-Gruß: Eine Geste, die stark an den Hitlergruß erinnert.

Seine Shows seien ein Symbol für Antisemitismus, so die französische Regierung. Staatspräsident François Hollande rief alle verantwortlichen Beamten in den Regionen zu Alarmbereitschaft auf. “Niemand sollte einen Auftritt zur Provokation und offenen Verbreitung antisemitischer Ideen missbrauchen dürfen.”

Dieudonnés Anwalt Jacques Verdier ist anderer Meinung: “Das Verbot von seinen Auftritten ist ein Akt der Zensur. Solange es keine öffentlichen Unruhen gibt, geht es doch nur um den unbeliebten Künstler, den man verbieten möchte.”

Seine One-Man-Show bescherte Dieudonné bisher nicht nur sechs Verurteilungen wegen Beleidigung und Anstiftung zum Hass, sondern auch eine große Fangemeinde: Besonders bei Jugendlichen mit arabischen Wurzeln sind seine systemfeindlichen Reden beliebt.