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Nach Erdbeben: Korruption und Selbstbereicherung beim Wiederaufbau von L'Aquila

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Nach Erdbeben: Korruption und Selbstbereicherung beim Wiederaufbau von L'Aquila

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Die Häuser sind brandneu, errichtet nach dem verheerenden Erdbeben, das die Stadt L’Aquila in Norditalien 2009 teilweise zerstörte.

Gebaut wurden sie für die 65.000 Menschen, die damals ihr Zuhause verloren. Statt dessen gehören einige Wohnungen nun offenbar Bauunternehmern oder Politikern, als Schmiergeld unter der Hand vergeben.

Noch während einer Sitzung überbrachte die Polizei nun am Mittmoch zwei Mitgliedern des Stadtrates von L’Aquila die Mitteilung, dass gegen sie ermittelt werde.

“Es war ein gut organisiertes Netzwerk, in dem in bar etwa 500.000 Euro in Schmiergeldern geflossen sind. Wir konnten die Geldströme in unserer Untersuchung nachvollziehen”, so der Polizeichef von Aquila, Mario Grassi, am Mittwoch.

Die Polizei ermittelt gegen acht Personen, unter ihnen auch der zweite Bürgermeister von L’Aquila. Er legte nach dem Polizeibesuch sein Amt nieder.

Ingesamt soll sich das Volumen der Bestechungen und abgezweigter Mittel auf zwei Millionen Euro belaufen.

Zweifel daran, dass beim Wiederaufbau von L’Aquila alles mit rechtmäßigen Dingen zugeht, äußerte auch schon die EU. Erst vor zwei Monaten beklagte Brüssel, dass Teile der EU-Katastrophenhilfe in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro in mafiösen Strukturen verpufft seien.