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EZB-Chef Draghi: "Der Aufschwung ist da, aber er ist schwach"

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EZB-Chef Draghi: "Der Aufschwung ist da, aber er ist schwach"

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Was macht man mit einer Klasse, in der ein paar zwischen 1 und 2 stehen – und bei vielen anderen ist die Versetzung in Gefahr? EZB-Chef Mario Draghi lobt mal die einen, tadelt sie anderen, hält im Übrigen mit ruhiger Hand den Leitzins der Europäischen Zentralbank, wo er ist – beim Rekordtief 0,25 Prozent – und hofft, dass die Stärkeren die Schwächeren mitziehen.

Mario Draghi, EZB-Präsident:

“Der Aufschwung ist da, aber er ist schwach, bescheiden, und wie ich schon oft gesagt habe, er ist anfällig. Das bedeutet, dass es mehrere Risiken gibt – was die Finanzen angeht, die Konjunktur, Geopolitik, Politik – sie alle könnten diese Erholung leicht untergraben. “

Vor allem in noch krisengeschüttelten Volkswirtschaften in der Eurozone gehen bei 0,8 Prozent Preissteigerung Deflationsängste um. Die EZB findet die Preise bei 2 Prozent Inflationsrate stabil.

Mario Draghi:

“Das Vertrauen kommt allmählich zurück; das kann sich sicher auch die EZB zugute halten. Es entsteht aber auch – ebenso wichtig – durch die Maßnahmen der Regierungen. Haushaltskonsolidierung hat viel gebracht. Einige Länder, die übrigens jetzt am meisten profitieren – haben aber auch die notwendigen Strukturreformen angepackt”.

Nachdem Irland am Dienstag eine zehnjährige Staatsanleihe gut verkaufen konnte, war ein Kaufrausch bei Anleihen bisheriger Krisenstaaten ausgebrochen.

Zehnjährige spanische Anleihen rentierten danach mit 3,77 Prozent und damit auf dem Niveau der Jahre 2009/2010, bevor noch die spanische Schuldenkrise sich zuspitzte.

Eine portugiesische Fünfjahres-Anleihe war dreifach überzeichnet. Und sogar griechische Politiker denken laut darüber nach, mit Anleihen an den Markt zu gehen, dieses Jahr noch.

Übrigens: Die deutschen Streber nahm Professor Draghi diesmal in Schutz. Vor wenigen Tagen hatte er sie noch wegen ihrer “perversen Angst” gescholten. In vielen Euroländern ist Deutschland der Buhmann, wegen der chronischen Exportüberschüsse. Draghi: “Alle Euro-Länder profitieren von der Stärke der deutschen Wirtschaft.”

su mit dpa, Reuters