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In Frankreich bleibt der Vorhang zu: Rassistische One-Man-Show verboten

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In Frankreich bleibt der Vorhang zu: Rassistische One-Man-Show verboten

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“Die Vorstellung ist abgesagt”, rief dieser Mann am Donnerstagabend in Nantes ins Megafon. “Hau ab”, antwortete ein Jugendlicher. Das Oberste Verwaltungsgericht hatte die als antisemitisch kritisierte Show des umstrittenen französischen Komikers Dieudonné M’bala M’bala erneut verboten – kurz vor Vorstellungsbeginn.

Rund 5600 Fans warteten vor dem Aufführungsort in Nantes und sangen aus Protest die französische Nationalhymne. Dieudonné hatte per Facebook-Post dazu aufgerufen.

“Sehe ich aus wie ein judenfeindlicher Rassist?”, wollte ein Fan wissen.

Ein anderes Paar sagt, es sei gekommen, um sich zu amüsieren und zu lachen. Die Entscheidung des Gerichts sei enttäuschen.

“Ich bin für die Redefreiheit und gegen die Zensur – das ist schockierend!”, sagte eine junge Frau.

Dann stimmten die Fans ein weiteres Lied an: Innenminister Manuel Valls soll zurücktreten, sangen sie.

Dieser fand, dass die Republik an diesem Abend gewonnen habe. “Sie und die Werte unseres Landes sind jetzt noch stärker. Das bringt uns näher zusammen”, sagte er weiter.

Einige französische Städte hatten Dieudonné, einem französischen Künstler mit kambodschanischen Wurzeln, die Aufführung seiner rassistischen One-Man-Show “Die Mauer” verboten. Das Szenario vor dem Zenith-Theater könnte sich eventuell wiederholen: Das endgültige Verbotsurteil des Obersten Gerichts gilt lediglich für Nantes und nicht für alle Spielorte der Tournee.