Eilmeldung

Eilmeldung

Zentralafrikanische Republik: Staatschefs verlieren den Glauben an Präsident Djotodia

Sie lesen gerade:

Zentralafrikanische Republik: Staatschefs verlieren den Glauben an Präsident Djotodia

Schriftgrösse Aa Aa

Es ging nicht nur um die Zukunft der Zentralafrikanischen Republik, sondern auch um seine eigene. Michel Djotodia flog am Donnerstag zu einer Konferenz der Zentralafrikanischen Wirtschaftgemeinschaft in den benachbarten Tschad.

Weil er den Teufelskreis der Vergeltungsaktionen zwischen seinen ehemaligen Rebellen und christlichen Milizen nicht beenden kann, müssen Soldaten der Afrikanischen Union und aus Frankreich immer wieder eingreifen. Inzwischen denkt auch die EU über die Entsendung einer Schutztruppe nach.

Nun verlieren die Staatschefs der benachbarten Länder zum Teil ganz offen den Glauben an Djotodias Führungsqualitäten. Von Rücktritt wollte der De-facto-Präsident nichts hören, aber genau das wünschen sich inzwischen auch viele Menschen im Land.

“Ich hätte gerne, dass der Präsident zurücktritt”, so ein ehemaliger Soldat. “Denn seit er die Macht ergriffen hat, sehen wir hier nur Tod und Blut. Das Land hat sich nicht weiterentwickelt, es ist dabei zu scheitern.”

“Ein Rücktritt Djotodias von seinen Ämtern ist die einzige Lösung für die Probleme, denn nur dann wollen die christlichen Milizen ihre Feindseligkeiten einstellen”, glaubt ein Bergbauingeneur auf der Straße im halb verlassenen Bangui.

Ihre Suche nach Lösungansätzen für den blutigen Konflikt wollen die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft, bei einer weiteren Konferenz am Samstag, in der Zentralafrikanischen Republik fortsetzen.