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Westirak: Zurück zur Normalität?

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Westirak: Zurück zur Normalität?

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In der westirakischen Unruheprovinz al-Anbar scheint es ruhiger zu werden. Sunnitische Stammesangehörige haben die Kontrolle über die umkämpfte Stadt Falludscha wieder übernommen. Sie hätten fast alle Kämpfer der al-Kaida nahen Gruppe “Islamischer Staat im Irak und der Levante” (ISIL) vertrieben, berichten die Nachrichtenagenturen. Vor rund einer Woche hatten Extremisten die Nachbarstadt von Bagdad besetzt und dort einen “Gottesstaat” ausgerufen.

“Die Situation ist gut, der Markt ist stabil, alle Geschäfte haben offen”, sagte ein Stadtbewohner. “Wir sagen den geflüchteten Familien, dass sie jetzt zurück nach Falludscha kommen können.”

Bei der Rückeroberung der Stadt hätte die Armee aber zu wenig Rücksicht auf Zivilisten genommen. Das kritisierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, das sagte auch ein Mann aus Falludscha: “Die Armee hat Wohngebiete bombardiert. Die Granaten sind an zufälligen Orten eingeschlagen. In manchen Teilen der Stadt waren keine Extremisten. Die Bomben haben Familien getötet, die keine Unruhe gestiftet haben. Die Menschen konnten nicht in ihren Häusern bleiben – deshalb haben wir entschieden, zu fliehen.”

Mehr als 13.000 Familien waren vor den Kämpfen in andere Regionen des Iraks geflohen. In Falludscha ist die Ruhe wieder eingekehrt, vor den Toren von Bagdad aber toben immer noch die Kämpfe.