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Genugtuung über Scharons Ableben: Reaktionen aus den Palästinensergebieten

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Genugtuung über Scharons Ableben: Reaktionen aus den Palästinensergebieten

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Der Tod des früheren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat im Gaza-Streifen einhellige Reaktionen hervorgerufen.
Die radikal-islamische Palästinenserorganisation
Hamas bezeichnete Scharon
als Kriminellen und wünschte ihn nach seinem Tod zur Hölle.

Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri reagierte voller Genugtuung auf das Ableben Scharons nach acht Jahren im Koma:

“Der Tod von Ariel Scharon nach acht Jahren im Koma ist ein Zeichen Gottes und eine Lehrstunde für alle Tyrannen.
Das palästinensische Volk erlebt durch den Abgang dieses Kriminellen, der unsere Leute getötet hat, einen historischen Augenblick.”

Mit Scharon
werde für die Palästinenser immer die Erinnerung an Schmerz, Blut,
Folter, Vertreibung und Verbrechen verbunden sein.
Diese Meinung teilt auch
das palästinensische Exekutivkommitee, erklärte dessen Mitglied Wasel Abu Yossef:

“Anlässlich des Todes des früheren israelischen Premierministers Ariel Scharon erinnern sich die Palästinenser vor allem an die gegen sie gerichteten Aggressionen. Mit Waffengewalt wollte Scharon die Palästinenser zur Aufgabe ihrer Gebiete zwingen. Scharon dachte, er könnte den Palästinensern seinen Willen mit Gewalt diktieren.”

Scharon war im Alter von 85 Jahren gestorben. In Reihen der Palästinenser war er wahlweise als “Bulldozer” oder als “israelischer Cäsar” verschrien.

“Als ein menschliches Wesen verdient es Scharon, von Gott empfangen zu werden. Als Israeli war Scharon aber ein Mörder. Vielleicht war er das nur im Sinne des Judentums unhd im Sinne Israels. Aber unterm Strich war Scharon ein Mörder.”

“Gott hat uns diesen unverhofften Sieg geschenkt. Es ist ein Sieg für die Ägypter und für die ganze arabische Welt. Scharon war ein Krimineller.”

Im Gaza-Streifen herrschte auf breiter Front Genugtuung über Scharons Ableben, aber keine ausgeprägte Feierstimmung.