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Griechenland: "Goldene Morgendämmerung" erneut vor Gericht

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Griechenland: "Goldene Morgendämmerung" erneut vor Gericht

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Anhänger der rechtsextremen Partei “Goldene Morgendämmerung” haben vor dem Berufungsgericht in Athen protestiert. Dort waren drei Mitglieder der rechtsextremen Partei vorgeladen. Ihnen wird vorgeworfen einer kriminellen Organisation anzugehören. Einer von ihnen soll zudem neue Sympathisanten rekrutiert und Angriffe gegen Einwanderer organisiert haben.

Der Sprecher der Partei klagte: “Die Verbrecher der sozialistischen Partei und der konservativen Partei “Neue Demokratie” sind auf freiem Fuß. Kein einziger Minister wurde in Zusammenhang mit den Skandalen, dem Schwarzgeld und der Korruption verhört. Die einzigen, die unrechtmäßig ins Gefängnis gesteckt werden, sind die Politiker der “Goldenen Morgendämmerung”. Wir hoffen, dass die griechische Justiz heute trotz des politischen Drucks auf der Höhe sein wird.”

Die Neonazi-Partei will demnächst vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Für den Anwalt Christos Gramatidis eine Überraschung: “Die “Goldene Morgendämmerung” ist eine Partei, die den Europäischen Gerichtshof systematisch beschimpfte. Die Partei sagte, es sei ein Instrument der Juden und so weiter und so fort. Es ist also ironisch, dass diese Leute jetzt von dem europäischen Gericht Schutz erwarten, doch das ist nun mal so in einer Demokratie.”

Der Anführer der rechtsextremen Partei, Nikos Michaloliakos, sitzt seit Ende September in Untersuchungshaft. Auslöser für die Verhaftungswelle war ein Mord: Der antifaschistische Rapper Pavlos Fyssas war in Athen auf offener Straße von einem Mitglied der “Goldenen Morgendämmerung” erstochen worden.