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Tod am Sabbat: Tel Aviv behält Scharon in guter Erinnerung

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Tod am Sabbat: Tel Aviv behält Scharon in guter Erinnerung

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Die Nachricht über den Tod von Ariel Scharon erreichte Israel am Sabbat, den viele Bewohner von Tel Aviv am Strand verbringen. Sie erinnern sich gerne an den ehemaligen Ministerpräsidenten, der das Schicksal ihres Landes jahrzehntelang geprägt hat.

“Er war ein sehr guter Soldat”, sagt dieser auf die Frage nach Scharons wichtigsten Taten. “Jeder Israeli weiß, was er im Jom Kippur-Krieg geleistet hat. Er hat sich gegen die Befehle seiner Vorgesetzten gestellt und getan, was er für richtig hielt. Das war genau das Richtige. Daran werde ich mich vor allem erinnern.”

“Für mich war er ein Weltmann”, sagt dieser anderer Mann am Strand von Tel Aviv. “Er war menschlich, er lachte gerne. Er tat gern die richtigen Sachen. Er traf schnelle Entscheidungen und zögerte nicht und kümmerte sich nicht um das, was andere sagten. Scharon war ein großer Mann, nicht nur körperlich. Sein Denken war groß. Er war ein starker Mann.”

Auch diese Frau erinnert sich an Scharon als einen “großen Mann. Er hat viel für sein Land getan. Man kann wirklich sagen, dass er ein Held ist. Ein wichtiger Teil der Geschichte. Es ist wirklich traurig, wie es am Ende für ihn gelaufen ist, aber man wird sich an ihn erinnern.”

“Werden Sie sich nur an die guten oder auch an die schlechten Sachen erinnern?”, fragt unser Korrespondent Luis Carballo.

“Es gibt immer zwei Seiten, aber am Ende sollte man sich an den Unterschied erinnern, den ein Mensch bewirkt hat. Er hat Israel zu dem gemacht, was es heute ist. Das ist das Wichtigste.”

Unser Korrespondent Luis Carballo erklärt:“Die israelische Tageszeitung Yediot Aharonot gab in ihrer Ausgabe von Freitag schon einen Ausblick auf das, was unvermeidlich schien. Der Tod von Ariel Scharon war nur noch eine Frage von Stunden. Israel sagt Scharon am Sabbat auf Wiedersehen, es verabschiedet sich von einem kontroversen Politiker und von einem hoch dotierten Militär. Darunter mischt sich Bewunderung dafür, wie der alte Soldat seinen letzten Kampf gekämpft hat.”