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Avi Pazner: "Ariel Scharon war ein großer Mann und ein Freund."

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Avi Pazner: "Ariel Scharon war ein großer Mann und ein Freund."

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Unser Korrespondent Luis Carballo hat sich mit dem Diplomaten Avi Pazner getroffen. Er hatte mehrere Posten im Außenministerium inne, bevor er ab 2001 als Sprecher der Regierung Ariel Scharons arbeitete.

Luis Carballo:
“Wie haben Ariel Scharons Entscheidungen das heutige Israel gestaltet?”

Avi Pazner:
“Wissen Sie, die Geschichte von Ariel Scharon verläuft parallel zur Geschichte des Staates Israel. Es begann mit dem militärischen Kampf um die Existenz des Staates Israel in den 50ern, 60ern und 70ern. Scharon hat 1973 den Sieg im Jom-Kippur-Krieg ermöglicht, als er den Suez-Kanal überquerte. Und dann als er in die Politik ging, verstand er Stück für Stück, dass es nicht genügt, auf dem Schlachtfeld zu siegen, man muss auch den Kampf um Frieden gewinnen. Als er sich dazu entschloss, den Gazastreifen zu räumen, streckte er den Paläastinensern und der arabischen Welt die Hand aus. Leider konnte er nicht weitermachen, denn wenige Monate später wurde er niedergestreckt und war dann mehrere Jahre lang krank. Aber das ist sein Erbe, seine Entschlossenheit in Zeiten des Kriegs zu gewinnen und in Zeiten des Friedens schwierige Entscheidungen zu treffen. Das war Ariel Scharon.”

Luis Carbollo:
“Noch eine kurze Frage: Wie werden Sie sich an ihn erinnern?”

Avi Pazner:
“Für mich war er ein großer Mann und ein Freund. Ein großer Mann, weil es eine Ehre ist mit so jemandem wie Ariel Scharon zu arbeiten. Und er war auch ein Freund, denn obwohl er nicht diesen Eindruck vermittelte, war er sehr einfühlsam, sehr freundlich, warm und aufmerksam. Für mich war es eine Freude, jeden Tag mit ihm zusammenzuarbeiten und bis heute bewundere ich ihn sehr.”