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Airbus sonnt sich im Erfolg

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Airbus sonnt sich im Erfolg

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Nach der branchenweiten Rekordzahl von mehr als 1.619 Bestellungen im vergangenen Jahr hat Airbus mit einer Tradition gebrochen: Keine Zielmarke für 2014. Stattdessen will sich Airbus auf die Auslieferung seiner Maschinen konzentrieren und erwägt eine Erhöhung der Produktionsraten für sein beliebtestes Modell – den Kurz- und Mittelstreckenflieger A320.

Zur Zeit baut Airbus 42 A320-Flugzeuge im Monat. Zulieferer berichten, man habe sie ermutigt, sich bei ihren Planungen auf bis zu 52 Maschinen pro Monat einzustellen.

Airbus hat Aufträge für 5.559 Maschinen im Wert von fast 600 Milliarden Euro nach Listenpreis in den Büchern – so viel wie kein anderer Flugzeugbauer. Damit sind die Werke für etwa acht Jahre ausgelastet.

su mit Reuters

Didier Burnod, euronews:

“Zugeschaltet aus Toulouse ist jetzt Fabrice Brégier, Geschäftsführer von Airbus.

Wenn Sie eine Bilanz des Jahres 2013 für Airbus ziehen, was macht Sie am meisten stolz? Die historische Zahl der eingegangenen Bestellungen oder der erste Vertrag in Japan, in einem Markt, der zuvor die Domäne des Hauptkonkurrenten Boeing war?”

Fabrice Brégier:

“Oh, ich bin sehr stolz auf den Flug des A350 vor der Paris Air Show. Aber was Sie gerade erwähnt haben, ist extrem wichtig für die Zukunft von Airbus.”

euronews:

“In Japan haben Sie ja ein Boeing-Monopol geknackt. Eine riesige Anstrengung für Airbus….”

Fabrice Brégier:

“Es war eigentlich das erste Mal, dass Japan Airlines keine Maschinen von Boeing gekauft haben, sondern von Airbus und noch dazu für die Langstrecke, 31 Flugzeuge: Das hat tatsächlich viel Wind gemacht.”

euronews:

“Was die Anzahl der Aufträge angeht, hatte die Dubai Airshow ein Riesengewicht – mit großen Aufträgen für Airbus und Boeing. Gehen diese Mengen nur mit bestimmten Rabatten weg? Muss man sich da Sorgen machen über die Marge und die Rentabilität von Airbus?”

Fabrice Brégier:

“Gar nicht, damit sind wir präsent, das erlaubt uns, unsere Kosten zu reduzieren. Es gibt natürlich Rabatte auf Großaufträge, aber insgesamt ist Airbus profitabler und wachstumsstärker geworden. Also keine Sorge, die Aufträge einschließlich der 50 A380 für Emirates sind profitabel – nicht nur für die Fluggesellschaften, auch für Airbus.”

euronews:

“Bei all den Bestellungen – wie hält man da die Lieferzeiten ein? Wo sind die Stolperstellen in der Produktionslinie?”

Fabrice Brégier:

“Man muss alle Entwicklungen im Griff haben. Das ist wichtig für den A350, die Weiterentwicklung des A320 und die sogenannte “Supply Chain” müssen alle zusammen verbessern, also auch alle unsere Lieferanten.

2013 kamen nur noch halb so viele Teile zu spät oder fehlten – ein erheblicher Fortschritt. So war es möglich, 626 Flugzeuge zu liefern – 38 über Plan, mit viel weniger Schockwellen als im Vorjahr. Unsere Aktionen mit den externen Partnern beginnen, sich auszuzahlen.”

euronews:

“Gerade der Produktionsrhythmus ist eine große Herausforderung, nur zur Erinnerung, ihr Auftragspolster ist im Moment mehr als 5.500 Flugzeuge dick.”

Fabrice Brégier:

“Ja, es sind mehr als 5.500 Maschinen, das wären beim aktuellen Tempo mehr als neun Produktionsjahre. Für uns ist das eine großartige Chance: Uns auf die Zukunft vorzubereiten, innovativ zu bleiben,
in einem sehr harten Wettbewerbsumfeld möglichst wettbewerbsfähiger zu werden.”

euronews:

“Was wollen Sie im Jahr 2014? Dass die Rückschläge bei den 787 Dreamlinern von Boeing weitergehen? Oder aufhören?”

Fabrice Brégier:

“Nein, ich hoffe, dass der Erfolg von Airbus anhält, mit mehr Bestellungen als Auslieferungen. Und dann ist da der erste A350 für Qatar Airways im letzten Quartal 2014: Ein Schlusspunkt nach sieben Jahren Entwicklung, harter Arbeit und der Beginn eines Wachstumspfades im Langstreckenbereich.”