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Das K-Pop-Wunder: Harte Arbeit, großes Geld

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Das K-Pop-Wunder: Harte Arbeit, großes Geld

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Spätestens seit dem Hit “Gangnam Style” ist K-Pop ein globales Phänomen. Bands aus Südkorea sind angesagt auf dem internationalen Musikmarkt. Zu den derzeit besonders gefragten Vertretern der K-Pop-Welle zählt die fünfköpfige Boygroup BIGBANG. Die 2006 gegründete Band konnte wichtige internationale Musikpreise ergattern. In Südkorea werden BIGBANG zudem als Stilikonen und kulturelle Trendsetter verehrt.

Taeyang, Mitglied der Gruppe BIGBANG: “Die Tatsache, dass die Leute auf das, was wir hervorbringen achten, sei es Mode, Musik oder Tanzschritte und uns folgen, gibt uns ein sehr gutes Gefühl. Denn wir dienen ihnen als Inspirationsquelle. Wir selbst haben anfangs bei unseren Lieblingskünstlern abgeschaut, uns so angezogen und so getanzt wie sie. Es ist toll, dass andere uns zum Vorbild machen, wie wir das damals mit unseren Lieblingsmusikern machten.”

2013 war ein bewegtes Jahr für BIGBANG mit ausgedehntem Tourneeprogramm. Nebenbei feilten die fünf Musiker an ihren Solokarrieren. Besonders erfolgreich sind dabei die beiden Band-Mitglieder G-Dragon und Taeyang. Letzterer konnte mit der digitalen Single “Ringa Linga” in fünf asiatischen Ländern die Topcharts erobern. Sein Kollege, der charismatische Leadsänger G-Dragon, hat bereits zwei Solo-Scheiben auf dem Zähler und gehört zu den bestbezahlten Musikern Südkoreas.

So viel Erfolg lockt Nachahmer auf den Plan. Junge Menschen aus dem gesamten asiatischen Raum träumen davon, in Südkorea Karriere zu machen und versuchen ihr Glück in den berüchtigten Talentschmieden des Landes. Die 22-jährige Indonesierin Jessica Darren zum Beispiel. “Mein Traum ist, ein berühmter K-Pop-Star zu werden”, sagt sie. “Ich möchte als Musikerin hier leben und zur Musikszene dazugehören.”

Hinter der perfekten Glitz- und Glamour-Fassade steckt hartes Training. Viele der aktuellen K-Pop-Stars unterschrieben bereits als Kinder Ausbildungsverträge und nahmen viele Jahre Gesangs- und Tanzunterricht.

Hwang Tae-youn leitet das Native Motion Dance Studio und erklärt: “Viele ausländische Schüler kommen nach Südkorea und besuchen die hiesigen Tanz- und Gesangsschulen, weil sie hoffen, so auf die richtigen Leute in den Agenturen zu stoßen und ein Netzwerk aufzubauen.”

Auch die Japanerin Saki Wantabe hofft darauf, entdeckt zu werden. Sie arbeitet als Serviererin, um den Gesangsunterricht zu bezahlen. “Ich lerne viel über den Ursprung des K-Pop, über die Wurzeln, die Songtexte und ihre Bedeutung. Das alles kann ich nicht in Japan lernen. Nach Südkorea zu ziehen war die richtige Entscheidung.”

Viele K-Pop-Bands haben internationale Besetzung. Das mache es einfacher, den Musikmarkt in den Nachbarländern zu erobern, meint Musikexperte Noh Jun-Young.
“Die Agenturen sparen Werbekosten und können das Geld anderweitig investieren zum Beispiel in vielfältige Albumkonzepte. Ein weiterer Vorteil: In Südkorea ausgebildete Musiker sind sofort einsatzbereit und dazu in der Lage, sich an die Kultur des Landes anzupassen.”

K-Pop bedeutet schließlich auch das große Geld und ist damit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.
2012 avancierte die koreanische Musikbranche mit einem Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar allein im ersten Halbjahr zum achtgrößten digitalen Musikmarkt weltweit.

Dafür, dass frischer Nachwuchs bereitsteht, sorgen die Agenturen des Landes, die neue Hoffnungsträger schon als Neun- oder Zehnjährige unter Vertrag nehmen und auf K-Pop trimmen.