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Israelische Siedler halten das Erbe Scharons für unvollendet

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Israelische Siedler halten das Erbe Scharons für unvollendet

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Als Ariel Scharon 2005 den Befehl für die Räumung der israelischen Siedlungen im Gaza-Streifen gab, kamen etwa 500 Siedlerfamilien in den Ort Nitzan, rund 15 Kilometer nördlich des Gaza-Streifens.

Zwei Jahre sollten sie bis zur Umsiedlung bleiben. Aber auch nach mehr als acht Jahre sind noch mindestens 350 Familien dort, ohne die erwartete neue Existenz.

Ariel Sharon, der Mann, der ihr Leben veränderte, habe bei ihnen auch auch bittere Gefühle hinterlassen, sagt die Siedlerin Laurence Beziz: “In all den Jahren des Aufbaus in Gush Katif haben sie uns gesagt: Was ihr hier tut ist wichtig für unser Land und für euch selbst. Und 2003, als er seinen Abzugsplan bekannt gab, wurde das wie Hochverrat wahrgenommen, es war eine große Ohrfeige.”

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Für viele andere ehemalige Siedler aus dem Gaza-Streifen ist das Erbe Scharons schlicht ein unvollendetes. Malka Merdejai:

1:03 SOT Malka Merdejai
“Ich bin sehr betrübt vom Tod Ariel Sharons. Als ich die Nachricht gehört habe, konnte ich nicht aufhören, zu weinen. Der Mann war wie ein Bulldozer, aber er verstand unsere Situation. Wäre da nicht der Schlaganfall gewesen – wäre ihm noch mehr Zeit geblieben – dann hätte er uns noch geholfen. Er hat uns zwar aus dem Gaza-Streifen ausgesperrt, aber er hätte sich noch um uns gekümmert. Ich finde wirklich, dass Scharon ein Held war. Er hat uns aus Gaza geworfen, ja, und damals war ich wirklich zornig, aber wenn er gesund geblieben wäre, dann hätte er uns hier auch nicht allein gelassen.”

0:xx Standup
“Bei den Siedlern, die im Jahr 2005 gezwungen wurden Gaza zu verlassen, hat der Evakuierungsbefehl Ariel Scharons eine ewige Narbe hinterlassen. Auch achteinhalb Jahre später ist für sie die Lücke, die das Ereignis in ihr Leben riss, noch nicht wieder gefüllt.”