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Zentralafrikanische Republik: "Das Chaos ist beendet"

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Zentralafrikanische Republik: "Das Chaos ist beendet"

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Die Zentralafrikanische Republik soll in zehn Tagen einen neuen Präsidenten bekommen. Der ehemalige Amtsinhaber Michel Djotodia war am Freitag wegen der anhaltenden Gewalt zum Rücktritt gezwungen worden.

Ein möglicher Nachfolgekandidat ist Interimspräsident Alexandre Ferdinand Nguendet. Die Lage habe sich beruhigt, sagt er: “Die Einbrüche und Raubüberfälle sind vorbei. Das Chaos ist beendet. Die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik müssen ihre Ehre wiederfinden, damit unsere Republik weiterleben kann.”

Doch das Ende der Gewalt ist wohl noch nicht in Sicht: Auch nach Djotodias Sturz am vergangenen Freitag sind bei Zusammenstößen zwischen verfeindeten christlichen und muslimischen Milizen mindestens sechs Menschen getötet worden.

Indes sind viele zentralafrikanische Soldaten in ihre Kasernen zurückgekehrt. “Die französischen Soldaten haben uns entwaffnet. Wenn die Seleka-Miliz jetzt hierher kommt, was sollen wir dann tun? Wir werden sterben”, sagte ein Mann.

Der religiös-motivierte Konflikt zwischen muslimischen Seleka-Kämpfern und christlichen «Anti-Balaka» Bürgermilizen forderte allein in der vergangenen Woche 1000 Todesopfer. Viele Häuser und Geschäfte von Muslimen seien geplündert worden, sagt ein anderer Mann. Sicher sei es hier nicht.

Einer der Brennpunkte der Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik war die Hauptstadt Bangui. Der Krieg machte viele Menschen heimatlos: Etwa 20 Prozent der Bevölkerung befinden sich auf der Flucht, viele Häuser sind verlassen. Die Hälfte der Einwohner ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, so die Vereinten Nationen.