Eilmeldung

Eilmeldung

Die ganze Planktonvielfalt unterm Mikroskop

Sie lesen gerade:

Die ganze Planktonvielfalt unterm Mikroskop

Schriftgrösse Aa Aa

Unter der Wasseroberfläche schlummert das höchste Gut der Ozeane: Plankton. Französische Wissenschaftler haben die Unterwasserorganismen genauer untersucht und eine neue Klassifizierung der Tausenden von Planktonarten erstellt. Christian Sardet und sein Team arbeiten für das Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung, CNRS, in Frankreich.

Sardet zeigt uns, wie er Plankton im Mittelmeer einfängt. Die Wasserprobe sieht nicht so aus, als würde es darin von Meeresbewohnern wimmeln. Christian Sardet: “Man hat den Eindruck, Plankton ist unsichtbar. Aber das stimmt nicht. Man erkennt deutlich ein bis zwei Zentimeter große Tiere, auch eine Salpe ist dabei. Das sind alles Tiere, das hier zum Beispiel ist eine Copepode, auch bekannt unter dem Namen Ruderfußkrebs.”

Erst unter dem Mikroskop zeigt Plankton seine wahre Vielfalt, erstaunliche, beinah beängstigende Kreaturen. Andere wirken seltsam vertraut. Rund 250 Tausend verschiedene Arten haben die Forscher festgehalten. Ihren Schätzungen zufolge könnte es insgesamt sogar eine Million sein. Manche kommunizieren, andere haben Neuronen, wieder andere ein schlagendes Herz.

Zu den genauer erforschten Arten zählen die Salpen, mobile, aktiv schwimmende Meeresbewohner, die zum Unterstamm der Manteltiere gehören. Deutlich erkennbar unter der durchsichtigen Hülle ist der Nukleus, der die Eingeweide enthält. Salpen bewegen sich fort, indem sie Wasser in ihren tunnelförmigen Köper pumpen und wieder ausstoßen. Auf diese Weise ernähren sie sich auch von Plankton. Mikroalgen stehen auf dem Speiseplan. Ebenfalls zu erkennen sind das Herz, die Kiemen und sogar eine Art Plazenta.

Ebenfalls untersucht wurden die sogenannten Rippen- oder Kammquallen, Ctenophora, ein zu den Hohltieren zusammengefasster Tierstamm. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich vom griechischen Wort für Kamm, “ctena “ ab und bezieht sich auf die kammartigen Plättchen, mit denen die Rippen bedeckt sind. Die mehr als 100 Arten der Rippenquallen sind weltweit in den Ozeanen verbreitet.

Plankton stellt gut 98 Prozent des Lebens in den Ozeanen dar. Ein unschätzbares Gut, mit einer lebenswichtigen Funktion.
Christian Sardet: “Jedes Mal, wenn man einatmet, sollte man sich beim Plankton bedanken. Denn er liefert die Hälfte unseres Sauerstoffs. Die andere Hälfte stammt von Pflanzen und Wäldern.”

Die Lunge der Meere gilt es zu erhalten, sagen die Forscher. Der erste Schritt ist eine bessere Kenntnis dieser uns fremden und doch so nahen Welt.