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Frankreich: Rückt das Privatleben von Politikern mehr in den Fokus?

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Frankreich: Rückt das Privatleben von Politikern mehr in den Fokus?

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Raphaele Tavernier, euronews: Wir sprechen mit unserem Korrespondenten in Paris. Giovanni Magi, Sie waren auf der Pressekonferenz von Francois Hollande. Haben die Enthüllungen über das Privatleben des Präsidenten zu viel Raum gegenüber den anderen Themen eingenommen?

Giovanni Magi: “Nein, auch in seiner Rede am Anfang der Pressekonferenz hat der Präsident der Republik die Affäre nicht angesprochen. Der Präsident einer Vereinigung von Pariser Journalisten (L’Association de la Presse Présidentielle, A.d.R.) hat das Thema mit seiner ersten Frage aufgeworfen. Hollande hat sehr kurz geantwortet. Er sagte, dass private Dinge privat bleiben sollten.”

euronews: Hollande wollte dazu also nichts sagen. Hatten Sie den Eindruck, dass die Journalisten enttäuscht oder frustriert sind?

Giovanni Magi: Ich habe vor der Pressekonferenz mit mehreren Kollegen gesprochen. Mit amerikanischen, italienischen und spanischen Kollegen, die es gewohnt sind, dass viel mehr über das Privatleben von Politikern gesprochen wird. Sie gehen alle davon aus, dass sich das auch in Frankreich ändern wird. Vielleicht wird der Präsident normaler, so wie Hollande sich ja auch im Wahlkampf präsentiert hatte. Vielleicht wird es auch in Frankreich normaler, dass das Privatleben von Politikern im Scheinwerferlicht steht.”

euronews: Hollande hat heute seine dritte Pressekonferenz als Präsident gegeben. Bei seiner Neujahrsansprache hatte er Wirtschafts-Reformen angekündigt. Abgesehen von der Polemik um sein Privatleben: Welche Neuigkeiten gab es?

Giovanni Magi: Die wichtigste Ankündigung war, dass die Familienleistungen für Unternehmen und Selbstständige bis 2017 wegfallen sollen. Sie werden damit um 30 Milliarden Euro entlastet.
Außerdem hat Hollande angekündigt, dass die öffentlichen Ausgaben reduziert werden sollen. Der Staat will dafür in diesem Jahr 15 Milliarden Euro weniger ausgeben. Zwischen 2015 und 2017 will er die öffentlichen Ausgaben um weitere 50 Milliarden Euro reduzieren.