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Gouverneur Christie wegen Werbefilm unter Verdacht

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Gouverneur Christie wegen Werbefilm unter Verdacht

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Ein Tourismus-Werbefilm, in dem der Gouverneur des US-Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, zusammen mit seiner Familie eine tragende Rolle spielt, bringt den angeschlagenen Politiker in neue Schwierigkeiten. Nach dem Hurrikan Sandy, der in New Jersey schwere Verwüstungen angerichtet hatte, hatte die Bundesregierung Geld für eine Tourismus-Werbekampagne zur Verfügung gestellt.

Kritiker werfen Christie vor, der Film diene mehr der Selbstdarstellung des eitlen Politikers als der Tourismuswerbung. Christie soll nicht die billigste Agentur sondern ein zwei Millionen Dollar teureres Angebot ausgewählt haben, weil er in dem Film des billigsten Bieters nicht aufgetreten wäre. In einer Internetpetition, die von mehr als 20.000 Personen unterzeichnet wurde, wird Christies Rücktritt als Gouverneur gefordert.

Christie hatte sich erst Ende der vergangenen Woche bei den Bewohnern von Fort Lee entschuldigt. Mitarbeiter hatten, so Christie, ohne sein Wissen, zwei von drei Zufahrtsstraßen zur George Washington Brücke sperren lassen und ein Verkehrschaos ausgelöst. Interne Dokumente zeigen, dass die Sperrung aus Rache dafür erfolgte, dass der Bürgermeister von Fort Lee, Christies Wiederwahl als Gouverneur nicht unterstützte und nicht, wie offiziell erklärt, für eine Verkehrsstudie.

Konnte Christie im Falle von Bridgegate noch erklären, von den Vorgängen nichts gewusst zu haben, wird im Falle des Werbefilms nun gegen ihn ermittelt. Weil sich Christie im vergangenen Jahr der Wiederwahl stellte, wird ihm nun vorgeworfen, der Tourismusfilm mit ausführlicher Selbstdarstellung sei ein verkappter Wahlwerbefilm gewesen. Da dieser zwei Millionen teurer war, als das billigste Angebot, stellt sich die Frage, ob Christie Bundesmittel missbräuchlich verwendet hat. Bislang galt der Republikaner als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama.

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