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Rumänische Glaskunst, ein Handwerk mit Tradition, aber ohne Nachwuchs

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Rumänische Glaskunst, ein Handwerk mit Tradition, aber ohne Nachwuchs

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Rumänische Glaskunst ist bekannt für ihre filigrane, strahlende Schönheit. In der Glasbläserei Adrian Sistem SRL bei Bukreast werden die zerbrechlichen Kunstwerke von Hand hergestellt, der Tradition gemäß.
Das Unternehmen öffnete kurz nach dem Fall des Kommunismus. Die Nachfrage auf dem Exportmarkt ist groß, 80 Prozent der Produkte werden ins Ausland geliefert. Dennoch sei es schwer, junge Generationen für den Beruf zu begeistern, sagt der Geschäftsführer, Petru Stefanescu. “Wir versuchen, sie in unsere Geschichte einzuweihen, ihnen unser Handwerk vorzuführen. Aber nur sehr wenige interessieren sich tatsächlich für diesen Beruf. Junge Menschen lassen sich für Handwerkskunst nicht mehr erwärmen. Außerdem schafft die rumänische Politik keine Anreize, um junge Menschen in diese berufliche Richtung zu lenken.”

Ausgangsmaterial sind Röhren aus Brosilikatglas, die aus Deutschland und der Tschechischen Republik stammen.
Diese werden auf 1600 grad Celsius erhitzt und dann in dekorative Gegenstände wie Kerzenständer, Weingläser oder Teekannen verwandelt.

“Das ist feinste Handwerkskunst”, sagt Glasmeister Stefan Hancu. “Nicht jeder ist dafür geeignet, man muss diese Arbeit wirklich lieben. Mann muss sich vorstellen können, wie man das Glas schmilzt und zurechtschneidet. Man muss das in sich spüren.”

Der 27-jährige Ionut Malureanu gehört zu den jüngsten Mitarbeitern der Firma. Von den fünf Lehrlingen, die gemeinsam mit ihm anfingen, hatte nur er die nötige Leidenschaft und blieb. Rumänische Glaskunst ist ein Luxusprodukt, das sich trotz Krise gut verkauft. Die Firma floriert. Aber ohne Nachwuchs ist auch das schönste Handwerk zum Untergang verdammt.