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Mitgliedsstaaten verkaufen Unionsbürgerschaft

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Mitgliedsstaaten verkaufen Unionsbürgerschaft

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Malta bietet die nationale Staatsbürgerschaft und damit die Unionsbürgerschaft für 650.000 Euro an. Zypern bot im vergangenen Jahr russischen Anlegern die Unionsbürgerschaft an, wenn sie bei der Finanzkrise auf der Insel drei Millionen Euro verloren hatten. “Für die Regierung Maltas ist dies ein Weg, Investoren anzulocken”, so unsere Korrespondentin Margherita Sforza. “Doch im Europaparlament ist man über solche Praktiken sehr besorgt.” “Es stellt sich die Frage, ob das mit den Regelungen zur Unionsbürgerschaft im Einklang steht”, meint der liberale niederländische Abgeordnete Jan Mulder. “Ein europäischer Pass bedeutet Reisefreiheit, die Entscheidung betrifft somit auch die anderen Mitgliedsstaaten.” Die Unionsbürgerschaft wird nicht nur auf Zypern verkauft, auch Österreich belohnt Leistungen in Milllionenhöhe mit der Staatsbürgerschaft. Portugal, Griechenland, Ungarn oder Belgien verbinden die Unionsbürgerschaft mit Investionen in unterschiedlicher Höhe. Der grüne portugiesische Europaabgeordnete Rui Tavares spricht von einem Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten: “Die Staatsbürgerschaft wird versilbert. Das bedeutet, dass nur reiche Ausländer Unionsbürger werden dürfen, während die armen draußen bleiben.” In einer Entschließung sprach sich das Europaparlament gegen den Verkauf der Unionsbürgerschaft aus.