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Rosetta: Weckruf in 800 Millionen Kilometern Entfernung

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Rosetta: Weckruf in 800 Millionen Kilometern Entfernung

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Mit Spannung warten die Forscher auf das Erwachen der ESA-Sonde Rosetta. Am 20. Januar klingelt der Wecker, der das Raumgefährt aus dem Dornröschenschlaf erlöst. Rosetta hat das Ziel ihrer fast zehnjährigen Reise erreicht, den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko in 800 Millionen Kilometern Entfernung.

Weil sie sich auf ihrer ellipsenförmigen Flugbahn zu weit von der Sonne entfernte, um ihre Instrumente mit Strom versorgen zu können, wurde die Sonde 2011 in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Lediglich die Heizung und ein kleiner Mikrocontroller liefen während der sogenannten “Deep Space Hibernation” weiter.

Läuft alles nach Plan, treffen am Montagabend im Europäischen Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt die ersten Signale der Sonde ein.

Andrea Accomazzo, Spacecraft Operations Manager: “Wir haben ein sehr kleines Zeitfenster, um das Signal aufzufangen und der Sonde ihre neuen Konfgurationsdaten zu übermitteln. Das ist die große Herausforderung.”

Sobald Rosetta erwacht, müssen alle Mess- und Navigationsinstrumente an Bord der Sonde eingeschaltet werden.

Paolo Ferri, Head of Planetary Mission Operations: “Nach ein paar Wochen erreichen wir eine Entfernung, die uns erlaubt den Kometen mit dem leistungsstarken Teleskop an Bord anzupeilen. Diese Phase ist sehr wichtig, denn danach können wir das Annäherungsmanöver korrekt einleiten.”

Ende Mai steht das große Korrekturmanöver auf dem Programm, das die Sonde endgültig auf Kurs bringen soll.

Das Einschwenken in einen Orbit um den Kometen ist für August geplant. Erfolgreich beendet werden soll die “Rosetta”-Mission mit der für November geplanten Landung der Erkundungssonde “Philae” auf dem Kometen. Ein Ort, der 4,64 Milliarden Jahre alte Urmaterie vom Beginn des Sonnensystems beherbergen soll.