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UN-Tribunal beginnt Prozess gegen Hariri-Mörder in Abwesenheit

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UN-Tribunal beginnt Prozess gegen Hariri-Mörder in Abwesenheit

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Knapp neun Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf den damaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri soll am Donnerstag bei Den Haag der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter beginnen.

Hariri, der Sunnit war, starb 2005 bei einem Bombenanschlag auf seinen Autokonvoi in Beirut.

Zu Urhebern und Mitwissern des Anschlags gab es angesichts des verworrenen libanesischen Interessengeflechts viele Theorien. Ein von den Vereinten Nationen eingesetztes Sondertribunal belastete schließlich vier libanesische Angehörige der Hisbollah.

Bei Den Haag wird ihnen nun in Abwesenheit der Prozess gemacht. Zwar liegen Haftbefehle gegen die vier vor, festgenommen werden konnten sie aber noch nicht.

Um weitere Morde zu verhindern, bedarf es zudem anderer Ansätze, glaubt die Analystin Dr. Leila Nicolas Rahbany: “Wir wissen, dass es [im Libanon] viele Akteure gibt, die politisch motivierte Morde durchführen, um ihre Ziele zu erreichen. Deshalb glaube ich nicht, dass ein Tribunal die politisch motivierten Morde stoppen wird.”

Hariri, der zuvor Unternehmer war, hatte mit seinem Geld große Teile des vom libanesischen Bürgerkrieg gezeichneten Beirut wieder aufgebaut.

Auch die Wunden im Beton, die seine Ermordung hinterließ, sind inzwischen wieder repariert. Nur, einen neuen starken Ministerpräsidenten hat der Libanon seither noch nicht wieder gefunden.