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Vatikan will Kindesmissbrauch bekämpfen

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Vatikan will Kindesmissbrauch bekämpfen

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Der Vatikan will entschlossen gegen Kindesmissbrauch vorgehen. Das verkündete eine Delegation am Donnerstag vor dem UN-Kinderrechtskomitee in Genf. Zum ersten Mal stellten sich dort nun Vertreter des Kirchenstaats einer Befragung zu den unzähligen sexuellen Missbrauchsskandalen.

Für die Vorfälle gebe es keinerlei Rechtfertigung, so Vatikan-Botschafter Silvano Tomasi: “Der Heilige Stuhl hat sich dazu verpflichtet, den Opfern aufmerksam zuzuhören und will sich außerdem mit den Auswirkungen des Missbrauchs auf Opfer und deren Familien befassen.”

Die Fälle haben das Image der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren erheblich beschädigt. Viele Opfer fühlten sich bisher ignoriert: “Unser Ziel ist es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der man ohne Furcht Fragen stellen darf. Das kann uns beschützen. So muss niemand mehr das erleiden, was uns widerfahren ist. Für uns wird es keine Gerechtigkeit mehr geben. Zukünftige Generationen könnten aber Glück haben und gerecht behandelt werden.”

Einige Fragen dürften jedoch weiterhin unbeantwortet bleiben: Der Vatikan weigert sich, einen Bericht mit Einzelheiten der Kindesmissbrauchfälle durch katholische Priester in den letzten Jahren den Vereinten Nationen vorzulegen.