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Japans "ewiger Soldat" mit 91 Jahren gestorben

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Japans "ewiger Soldat" mit 91 Jahren gestorben

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Für Hiroo Onoda dauerte der Krieg länger als für alle anderen: 1945 hatte Japan kapituliert, aber noch fast dreißig Jahre länger hielt es Onoda im Dschungel der philippinischen Insel Lubang aus – immer im Glauben, der Krieg dauere noch an; immer mit dem Willen, seine Befehle zu befolgen. Onoda starb jetzt mit 91 Jahren.

Onoda war ein junger Offizier, als er 1944 auf die Philippinen geschickt wurde – ein Spezialist für den Einsatz hinter den Linien, für Aufklärung und Sabotage. Dass er dort
auch nach Kriegsende unbeirrt seinem Auftrag nachging, war lange bekannt: Flugblätter wurden für ihn abgeworfen, Menschen sprachen auch mit ihm, aber all das hätte in seinen Augen ebenso ein feindlicher Trick sein können. Erst sein früherer Vorgesetzter aus Kriegszeiten persönlich konnte ihn 1974 zur Aufgabe bewegen.

Gut zwanzig Jahre später kehrte Onoda noch einmal auf die Philippinen zurück, zur Aussöhnung – keine leichte Aufgabe: Immerhin hatte er während seines einsamen Kampfes dort wohl an die dreißig Menschen getötet. Die philippinische Regierung begnadigte ihn aber.