Eilmeldung

Eilmeldung

Portugal: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

Sie lesen gerade:

Portugal: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

Schriftgrösse Aa Aa

Die portugiesische Regierung will mit einem Referendum klären lassen, ob homosexuelle Paare in Zukunft Kinder adoptieren dürfen. Mit ihrer knappen Mehrheit votierte die Sozialdemokratische Partei PDS, die in Portugal eine konservative Partei ist, für das Referendum zum Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Es ist ein Vorstoß mit Kalkül. Denn die Regierungspartei von Pedro Passos Coelho hofft offenbar, dass sich die Bevölkerung gegen das Adoptionsrecht aussprechen wird. Das Verhältnis zum Koalitionspartner ist deshalb angespannt: die Abgeordneten der rechtskonservativen CDS-PP von Außenminister Paulo Portas enthielten sich der Stimme.

Dabei bleibt unklar, ob die geplante Volksbefragung überhaupt rechtmässig ist. Denn sie soll auch über einen Teilaspekt entscheiden, der im Parlament eigentlich schon als beschlossen gilt: Das Recht eines Partners, die bereits existierenden Kinder des anderen Partners zu adoptieren.

Das Verfassungsgericht muss nun prüfen, ob das beschlossene Referendum abgehalten werden darf.

Gleichgeschlechtliche Ehen sind in Portugal seit 2010 möglich. Das Adoptionsrecht wurde damals jedoch ausgeschlossen.