Eilmeldung

Eilmeldung

Eskalation in der Ukraine: Kiew erlebt heftigste Straßenschlachten seit Beginn der Proteste

Sie lesen gerade:

Eskalation in der Ukraine: Kiew erlebt heftigste Straßenschlachten seit Beginn der Proteste

Schriftgrösse Aa Aa

In der Nacht zum Montag ist die Gewalt in Kiew eskaliert. Polizei und Demonstranten lieferten sich die heftigsten Straßenschlachten seit Beginn der Proteste in der Ukraine.

Mehr als 100.000 Menschen waren auf die Straße gegangen, um gegen die verschärften Anti-Demonstrationsgesetzte zu protestieren.

Besonders gewaltbereite Demonstranten versuchten in das Parlamentsgebäude vorzudringen, schleuderten Molotow-Cocktails gegen Polizisten und steckten Polizeifahrzeuge in Brand.

Die Polizei ging mit Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschossen gegen die radikalen Demonstranten vor. Auch Wasserwerfer kamen zum Einsatz, offenbar um bei Temperaturen um minus zehn Grad die abschüssige Straße hin zum Parlamentsgebäude absichtlich zu vereisen.

Die vorläufige offizielle Bilanz: Mehr als 100 gemeldete Verletzte und über 40 Polizisten im Krankenhaus.

Bis in die frühen Morgenstunden flogen Steine und Feuerwerkskörper. Erst nach gut 15 Stunden sorgten Minustemperaturen und Müdigkeit für eine Abkühlung der Situation.

Noch am Morgen harrten einige hundert Demonstranten zwischen Maidan und Regierungsviertel aus, bewaffnet mit Knüppeln. Sie werfen den Oppositionspolitkern vor, zu zauderhaft zu sein. Eine Führungspersönlichkeit, die alle eint, hat die ukrainische Opposition weiterhin nicht.

Einen Ausweg aus der Krise soll nun eine Gesprächsrunde bringen. Vitali Klitschko, dessen Aufruf zur Ruhe gestern vergeblich geblieben war, hat mit Präsident Viktor Janukowitsch für heute Verhandlungen vereinbart.

Unser Korrespondent Sergio Cantone sagt: “Die ganze Nacht hindurch hielten die Zusammenstöße an, mit den Blendgranaten und dem Tränengas der Polizei. Die am stärksten radikalisierten Demonstranten wollen keine Beruhigung und werfen weiter Molotov-Cocktails gegen die Polizei. Und so bleibt abzuwarten, was der Montag mit den politische Verhandlungen bringen wird, und was die Diplomatie erreichen kann.”

Folgen Sie Euronews auf Deutsch auch bei Facebook und Twitter