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EU einigt sich auf Militäreinsatz in Zentralafrika


Redaktion Brüssel

EU einigt sich auf Militäreinsatz in Zentralafrika

Die Europäische Union hat sich auf einen sechsmonatigen Militäreinsatz in Zentralafrika geeinigt. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Hauptstadt Bangui, einschließlich des Flughafens. Die EU-Soldaten sollen dafür sorgen, dass das Land mit humanitären Hilfsgütern versorgt werden kann. 1600 französische Soldaten sind bereits seit Wochen dort. Estland sagte als einziges Land in Brüssel zu, andere EU-Staaten prüfen ihre Teilnahme. Deutschland will keine Soldaten entsenden. “Umfassende Hilfe sei notwendig, heißt es hier”, so unsere Korrespondentin Audrey Tilve. “Zentralafrika kann die Krise ohne militärische und humanitäre Hilfe, ohne Wiederversöhnung und Wiederaufbau nicht überwinden. Aus diesem Grund fand gleichzeitig eine Geberkonferenz statt.” Etwa 40 Staaten sowie zahlreiche Hilfsorganisationen nahmen daran teil. Schätzungen zufolge ist fast eine Million Menschen vor dem Krieg zwischen christlichen und muslimischen Milizen auf der Flucht. “Religiös begründete Gewalt gab es dort bisher nicht”, sagt Kristalina Georgiewa, EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe. “Christen töten Muslime und Muslime töten Christen. Dieser böse Geist muss zurück in die Flasche.” Die internationale Gemeinschaft sagte insgesamt 365 Millionen Euro zu, davon entfallen 74 Millionen auf die Weltbank und 55 Millionen auf Frankreich. “Das Geld ist für Lebensmittel, Medikamente dringend notwendig”, betont Nancy Lindborg, Vertreterin der amerikanischen Agentur für internationale Entwicklung. “Insbesondere das Schicksal von Frauen und Kindern bereitet uns Sorge. Ferner sind die Hilfsgelder für die Wiederversöhnung der Gemeinschaften sowie für Friedensprogramme bestimmt.”

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