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Rosetta im All - an der Außengrenze des Machbaren

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Rosetta im All - an der Außengrenze des Machbaren

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Paul Mc Dowell hat mit unserem Korrespondenten vor Ort bei der ESA in Darmstadt gesprochen, der die Rosetta-Experten bei ihrer Arbeit beobachtet.
Paul Mc Dowell – euronews:
Wir schalten jetzt zur Europäischen Weltraumagentur (ESA) in Darmstadt und Jeremy Wilks, dem Moderator des euronews “Space” Programms.
Jeremy, es ist eine Mission voller Premieren, und das in unvorstellbarer Entfernung von der Erde – 800 Millionen Kilometer um es in Zahlen zu fassen. Welche Bedeutung könnten die Erkenntnisse haben?

Jeremy Wilks:
Die Mission hat das Potential, ein echter Meilenstein zu werden. Denn es ist das erste Mal – und das muss man sich richtig klar machen – das erste Mal, dass jemand einen Satelliten an einen Kometen heranmanövriert, den Komet dann ein Jahr lang begleitet und schließlich, so hofft man, ein Landemodul auf dem Kometen absetzt. Wir sind in der Vergangenheit schon nah an Kometen rangeflogen, haben Fotos gemacht und so weiter. Aber wir waren noch nie auf der Oberfläche von so einem Brocken, haben noch nie die Materialien untersucht, die es dort gibt, um herauszufinden, woraus er besteht. Das ist wichtig, weil man vermutet, dass es Kometen gewesen sein könnten, die einst das Wasser auf die Erde brachten, und möglicherweise auch einige wichtige Bausteine des biologischen Lebens. Wenn die Wissenschaftler das in den nächsten Jahren erforschen und bestätigen können, dann hätte das eine enorm große Bedeutung.”

Paul McDowell: Wir sprechen immer gerne von der Überschreitung neuer Grenzen bei der Raumfahrt. Wird Rosetta das tun?

Jeremy Wilks:
Nun, Rosetta ist momentan wirklich an so einer Art Außengrenze, denn sie ist jetzt so weit von der Sonne entfernt, dass die riesigen Solarpanele gerade noch Strom erzeugen können. Um elf Uhr morgens hat die Sonde ihre Startroutine durchlaufen und soll am Nachmittag ihr erstes Signal senden. Wenn Rosetta sich dem Kometen nähert, dann ist das wirklich am äußersten Rande dessen, was der Wissenschaft bekannt ist. Wir waren noch nie so nah dran. Und wenn im August alles klappt, dann ist das eine wirklich revolutionäre wissenschaftliche Leistung.