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Wie war das vor 4,6 Milliarden Jahren?

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Wie war das vor 4,6 Milliarden Jahren?

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Steuerzentrale der europäischen Weltraumagentur ESA im deutschen Darmstadt. Ein kleiner Ausschlag an einem Meßinstrument geriet hier zu einem großen Fortschritt für die Menschheit. Die Wissenschaftler jubeln, weil es ihnen gelungen ist “Rosetta” zu wecken. Die Dame ist eine Art “Dornröschen”. Eine Weltraumsonde, die im März 2004 ins All geschossen wurde, um den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko zu erkunden. Der Komet bewegt sich so schnell durchs All, dass “Rosetta” viel Energie braucht, um ihn einzuholen.
Also musste Energie gespart werden. Darum wurden bei “Rosetta” alle Energiefresser abgeschaltet, nachdem das Weltraumdornröschen im Juni 2011 den richtigen Kurs erreicht hatte, um seinem Prinzen hinterher zu jagen. Von diesem Kometen erhoffen sich die Wissenschaftler Informationen aus der Kinderzeit unseres Sonnensystems, aus einer Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren. Wenn das Dornröschen im November seinen Prinzen eingeholt hat, soll sogar ein Landegerät auf dem Kometen aufsetzen. Dieses Minilabor mit Namen “Philae” soll erforschen, welche Urmaterie unser Sonnensystem einst enthalten hat. Der Komet wird dann mehrere Runden um die Sonne gedreht haben und ihr viel näher gekommen sein als alle bekannten Planeten.
Man kann ihn sich dann vorstellen wie einen gut gebackenen Kuchen mit einem Eisklops in der Mitte. Dem soll die nun wieder muntere “Rosetta” seine Geheimnisse entlocken. Wenn es gelingt, mit dem kleinen Labor von der Erde die Materie des Kometen zu analysieren und diese Daten auch noch zur Erde zu funken, dann wird wieder ein großer Schritt für die Menschheit gelungen sein bei ihren Bestreben, zu erkennen, “was die Welt im Innersten zusammenhält.”

Claudio Rosmino . Euronews
Um die Bedeutung der Rosetta-Mission zu begreifen, sprechen wir jetzt mit Paolo Ferri, dem Leiter dieser Operation bei der Europäischen Weltraumagentur ESA Darmstadt. Ist diese Mission in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung mit anderen Großtaten vergleichbar, etwa dem Weltraumflug von Gagarin?

Paolo Ferri .
So ein Präzedenzfall ist es nicht, denn es ist kein Mensch an Bord. Aber eine Revolution ist es schon, in dem Sinne, dass niemand zuvor einem Kometen so nahe kam. Man hat verschiedene Kometen im Vorbeiflug beobachtet. Aber noch nie wurde versucht, ein irdisches Gerät auf einem Kometen landen zu lassen. In diesem Sinne ist es eine
wahrscheinlich eine historische Premiere.

Claudio Rosmino euronews Das Erwachen von Rosetta war ein Erfolg, aber das ist nur der Anfang. Was sind die nächsten Schritte bei dieser besonderen Mission ?

Paolo Ferri
Der nächste Schritt ist sehr wichtig und sehr kritisch. Wir nennen ihn “Annäherungsmanöver”.
Derzeit bewegen sich Raumsonde und Komet noch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die Differenz beträgt 1km/seconde. Für eine Annäherung müssen wir die Geschwindigkeit der Sonde jener des Kometen angleichen. Diese Operation wird im Mai stattfinden, die Konfiguration wird mehrere Tage dauern. Wenn es nicht funktioniert, werden wir den Kometen nicht zu fassen bekommen. Diese Annäherung ist nicht ein bestimmter Moment, es ist vielmehr ein Prozess, der sich über mehrere Wochen hinzieht. Wir müssen lernen, zusammen mit einem Kometen zu fliegen. Das hat es noch nie gegeben. Unsere Sonde bewegt sich in einem dynamischen Umfeld.
Da wird nicht in einem leeren Raum geflogen,
da wirken Kräfte wie die Gravitationsenergie der Planeten und der Sonne. Der Komet hat eine Umgebung aus Gas und Staub. Dafür sind die dort herrschenden Gravitationskräfte sehr gering, vergleichbar mit der Strahlung des Sonnenlichts.
Am Ende müssen wir einen Landepunkt suchen. Dazu müssen wir die Oberfläche kartografieren, was sehr schwierig wird. So planen wir es, wissen aber vorher nicht, ob es geht.

Claudio Rosmino
Viele Wissenschaftler haben dieses Projekt verglichen mit einer Zeitreise zurück um 4,6 Milliarden Jahre. Sehen Sie das auch so?

Paolo Ferri
Mit Rosetta wollen wir den Kometen erreichen und zwei Jahre dort bleiben. Wir wollen seine Entwicklung in dieser Zeit verfolgen, oder zumindest einen Teil davon, denn es dauert etwa sechs Jahre, ehe der Komet einmal die Sonne umkreist hat.
Wir kommen dem Kometen nahe in einer Zeit, da er sehr aktiv ist . Wir folgen ihm, während er sich der Sonne nähert und wir versuchen mit unserem Landegerät Gas und Staub zu analysieren. Das bedeutet, nach der Rosetta-Operation wird die Wissenschaft von der Erforschung der Kometen ein ganz neues Niveau erreicht haben. Sie wird einen Riesenschritt vorwärts machen.

Claudio Rosmino
Manche Ihrer Kollegen haben das Signal von Rosetta verglichen mit dem Anruf daheim, wenn die Kinder sich von einer Party melden. Können Sie Ihre Gefühle in diesem Moment beschreiben?

Paolo Ferri
Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, die Sonde, mit der wir über Jahre hinweg in Kontakt waren, dann zweieinhalb Jahre nicht zu sehen.
Dazu kommt die einfache Tatsache, dass wir bis zu dem vorher festgelegten Moment auch kein Signal geben können. Es ist wie bei einem Vater, der mit seinem Sohn verabredet hat: Genau in zwei Jahren telefonieren wir.
Und dann kam der Kontakt eine dreiviertel Stunde später zustande. Das war die längste dreiviertel Stunde meines Lebens.
4.51

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Um zu untersuchen, die Bedeutung der Rosetta-Mission ist uns aus Darmstadt, Deutschland , Paolo Ferri, Leiter Operations Mission der Europäischen Weltraumorganisation verbunden

1 – Professor Ferri, danke, dass auf Euronews .

Wir können sagen, dass diese Mission für seine wissenschaftlichen Ambitionen und der Mangel an Präzedenzfall ist vergleichbar mit dem ersten Flug von Gagarin ?

2 – Das Erwachen von Rosetta war ein Erfolg, aber das ist nur der Anfang. Was sind die nächsten Schritte der Mission ein besonderes Anliegen ? 3 – Viele Wissenschaftler haben diese Veranstaltung zu einer Reise zurück in die Zeit verglichen 4500000000 Jahre : was erwarten Sie zu finden? 4 – Professor Ferri, mehrere seiner Kollegen haben die ESA Rosetta Rücksignal wie der Anruf zu Hause von einer Party Kinder Jahren zuvor beschrieben. Was waren und was seine persönlichen Gefühle sind immer noch zu dieser Mission gebunden ?

Professor Ferri dank seiner Intervention auf Euronews . Und gute Arbeit!
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