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Autismus-Diagnose mit Roboter

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Autismus-Diagnose mit Roboter

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An der Universität in Zagreb arbeiten Wissenschaftler mit einem humanoiden Roboter bei der Früherkennung von Autismus. Der mit Mikrofon und Kamera ausgestattete Roboter analysiert Parameter wie Stimme oder Augenkontakt, um bei kleinen Kindern Störungen im sozialen Kontaktverhalten zu diagnostizieren.
Autistische Kinder fühlen sich zu humanoiden Robotern eher hingezogen, weil ihr Verhalten einfacher zu deuten ist, als das des Menschen.
Deswegen setzt die Forschung bei Diagnose und Therapie zunehmend auf humanoide Helfer, wie diesen. Sein Name: “Rene”.

Maja Cepanec, Forscherin: “Das Hauptziel dieses Projekts ist, ein ursprungsorientiertes Diagnose-Protokoll zu entwickeln, das sowohl auf der Beurteilung des Arztes und des Roboters beruht. Das Team aus Mensch und Maschine diagnostiziert die das ganze Spektrum der autistischen Störung. Dieses Protokoll soll bei Kindern mit Autismus und Kindern mit normaler Entwicklung angewendet werden, um im Vergleich frühe Anzeichen auf Autismus auszumachen.”

Der Roboter interpretiert die Reaktionen von Kindern identifiziert frühe für Autismus typische Verhaltensmuster. “Rene” liefert simple, sich wiederholende Anreize, die dem Kind helfen, sich auf die einfache und klare Botschaft zu konzentrieren. Störfaktoren, die in der Interaktion mit anderen Menschen entstehen, zum Beispiel Mimik, werden ausgeschaltet.

“Mein Sohn beobachtete den Roboter sehr konzentriert, was er normalerweise nicht tut”, sagt die Mutter eines autistischen Jungen. “Für gewöhnlich rennt er viel im Kreis und kann sich nur ein paar Sekunden konzentrieren. Aber als er den Roboter sah, setzte er sich hin, untersuchte ihn und war sehr interessiert.”

Der humanoide Roboter soll bei der Diagnose helfen, aber nicht den Arzt ersetzen, unterstreichen die kroatischen Forscher.