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Offshore-Leaks: "Roter Geldadel" aus China in Scharen in Steueroasen

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Offshore-Leaks: "Roter Geldadel" aus China in Scharen in Steueroasen

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Chinas politische und wirtschaftliche Elite betreibt offenbar seit Jahren tausende Scheinfirmen in Steueroasen, um ihr Vermögen zu verbergen. Wie Medien wie die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der britische „Guardian“ unter Berufung auf die sogenannten “Offshore-Leaks” des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) mit Sitz in Washington berichten, ist das Umfeld der Elite in Geheim-Geschäfte in der Karibik verwickelt – auch Angehörige von Präsident Xi Jinping und des früheren Regierungschefs Wen Jiabao.

Fast 22.000 Offshore-Kunden mit Adressen auf dem chinesischen Festland und Hong Kong erscheinen in den untersuchten Dateien, so ICIJ. Unter ihnen seien einige von Chinas mächtigsten Männer und Frauen – mindestens 15 der reichsten Chinesen, Mitglieder des Nationalen Volkskongresses und Führungskräfte aus staatlichen Unternehmen, die in Korruptionsskandale verwickelt seien.

Ein vages Dementi aus dem Außenministerium – Qin Gang, Sprecher:

“Ich kenne keine Einzelheiten. Aber aus der Sicht eines Lesers ist die Logik in den entsprechenden Artikeln schwer zu fassen. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Absichten.”

Seit dem Jahr 2.000 sollen Gelder und Firmenanteile im Schätzwert bis zu drei Billionen Euro aus der Volksrepublik verschoben worden sein.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PWC), die Schweizer UBS und weitere westliche Banken wie die Deutsche Bank sollen dem ICIJ zufolge eine Schlüsselrolle als Mittelsmänner gespielt und chinesischen Klienten geholfen haben, Stiftungen und Firmen auf den British Virgin Islands, auf Samoa und in anderen Steuerparadiesen zu gründen.

Die Journalisten haben 260 Gigabyte an
Informationen über mehr als 122.000 Briefkastenfirmen und Trusts aus Steueroasen wie den Jungferninseln, den Cook-Inseln und Samoa ausgewertet.

Die Datensätze hatte ein anonymer Informant vor zwei Jahren dem Konsortium zukommen lassen.

Die Daten kommen von zwei Offshore-Firmen, die ihren Kunden geholfen haben sollen, Firmen in Steuerparadiesen, Stiftungen und Bankkonten einzurichten: Portcullis TrustNet aus Singapur und Commonwealth Trust Limited auf den British Virgin Islands.

Chinas Behörden blockierten umgehend die Berichte des Journalistenkonsortiums ICIJ und der Medien, die sie weitergaben.

Die Veröffentlichungen der Offshore-Leaks seit April 2013 hatten weltweit zu Ermittlungen und Rücktritten von Bankern und Politikern geführt.

su mit dpa, AFP, Reuters