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Ukraine: Brennende Reifen in den Straßen von Kiew

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Ukraine: Brennende Reifen in den Straßen von Kiew

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Nach tödlichen Schüssen auf Demonstranten in Kiew ist die Gewalt in der ukrainischen Hauptstadt eskaliert. Radikale Gegner des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und die Sicherheitskräfte liefern sich blutige Straßenschlachten. Rund um den Unabhängigkeitsplatz brennen Autoreifen, vielerorts werden Barrikaden errichtet. Als Waffen dienen Steine und Molotowcocktails. Erstmals kam auch scharfe Munition zum Einsatz. Noch ist unklar, wer sie abgefeuert hat.

Bisher galt die Ukraine mit der Orangenen Revolution im Jahr 2004 als Beweis dafür, dass ein friedlicher Machtwechsel möglich ist. Nach einer wiederholten Stichwahl konnte sich damals Viktor Juschtschenko als Staatspräsident durchsetzen.

“Unser Führer hat alle Macht in seinen Händen”, so ein als Soldat gekleideter Demonstrant mit Blick auf Janukowitsch. “Schauen Sie nur, was dabei rauskommt. Die Menschen wollen diesem Land seine Rechtmäßigkeit zurückgeben”, so der Mann weiter.

Die Regierung und die prowestliche Opposition machen sich gegenseitig für die Opfer verantwortlich. Bewohner der Stadt kommen, um die Verletzten im Stadtzentrum von Kiew zu versorgen. “Ich bin Kinderärztin”, so eine junge Frau. Sie sei nach dem Dienst im Krankenhaus gekommen, um zu helfen.

Der seit Wochen friedlich verlaufene Machtkampf war am Mittwoch in brutale Gewalt mit Hunderten Verletzten umgeschlagen. Nach Angaben der Regierungsgegner sind bisher sieben Menschen ums Leben gekommen, fünf davon seien erschossen worden. Die Behörden bestätigten lediglich zwei Tote.