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Indien: Dorfvorsteher befiehlt Gruppenvergewaltigung

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Indien: Dorfvorsteher befiehlt Gruppenvergewaltigung

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In Indien soll eine junge Frau auf Befehl des Dorfältesten von 12 Männern vergewaltigt worden sein. Laut der Polizei war die Tat eine Strafe dafür, dass die 20-Jährige eine Beziehung mit einem muslimischen Mann hatte, der nicht nur einer anderen Religion angehörte, sondern zudem auch aus einem anderen Dorf stammte.

Inzwischen wurden mehrere tatverdächtige Männer festgenommen, die Frau liegt im Krankenhaus. Sie hatte die Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt – etwas, das nur selten geschieht.

Die Tat ereignete sich den Angaben nach in dem Dorf Subalpur im Bundesstaat Westbengalen. Demnach berief der Dorfvorsteher einen Rat ein. Die junge Frau und ihr Freund wurden auf dem Dorfplatz an einen Baum gebunden. Weil die beiden die zunächst verhängte Geldstrafe von umgerechnet rund 300 Euro nicht zahlen konnten, fielen die Täter über die Frau her – das alles auf Befehl des Dorfvorstehers, der sich selbst an der Vergewaltigung beteiligt haben soll.

Die Frauenrechtlerin Mirmala Swant Prabhavalkar von der Nationalen Frauenkommission (NCW) sagte: “Niemand hat das Recht, die Vergewaltigung einer Frau anzuordnen. Das ist illegal und die Verantwortlichen werden bestraft. Das Opfer soll Gerechtigkeit erfahren.”

Kirti Asad von der rechtskonservativen oppositionellen Indischen Volkspartei meinte: “In unserem Land geschehen beschämende Dinge. Solange keine strengen Gesetze existieren und angewandt werden, die die Menschen abschrecken, wird es immer wieder solche traurigen Vorfälle geben.”

Erst vor wenigen Wochen war im selben Bundesstaat eine Jugendliche gestorben, nachdem sie mehrfach vergewaltigt und dann angezündet worden war. Gegen die zahlreichen brutalen Misshandlungen von Frauen gibt es immer wieder Proteste.