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Nacht der Feuer in Kiew

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Nacht der Feuer in Kiew

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Es war die Nacht der Feuer in Kiew. Ein Haus stand in Flammen, laut Demonstranten hatte die Polizei das Feuer gelegt, als noch zwei Menschen darin waren. Es könnte aber auch ein Molotow-Cocktail gewesen sein, von denen in der Nacht wieder einige flogen.

Auf den Straßen brannten Reifen, eine Feuerwand entzündet von rund 2000 Demonstranten, um die Polizei fernzuhalten. Dort, wo sich Demonstranten und Sicherheitskräfte offen gegenüberstanden, reagierte die Polizei auf Angriffe weiterhin mit Gummigeschossen, Tränengas und Blendgranaten.

“Ich war gerade am filmen, als eine Granate direkt neben meinem Bein explodierte”, so ein Journalist, die Löcher in seiner Hose inspizierend. “Die Polizei warf die Granaten mitten in die Menschenmenge.”

Meist versuchten die Demonstranten aber direkte Konfrontationen zu meiden und Abstand zwischen sich und die Polizei zu bringen: “Wir warten auf einen Ansturm. Die Barrikaden zeigen ja, was wir hier erwarten”, sagt ein Demonstrant und deutet auf einen Wall aus Holz und Schrott. “Wenn diese Wand auch nur ein Leben rettet, dann war sie es wert.”

Die politischen Oppositionsführer wollen versuchen, weitere Verhandlungen mit der pro-russischen Regierung zu führen.

Euronews-Korrespondentin Maria Korenjuk: “Die Feindseligkeiten gingen die ganze Nacht über weiter, aber es gab nur wenige direkte Zusammenstöße. Wärend die Protestierenden davon ausgehen, dass die Polizei die Versammlungen gewaltsam auflösen wird, hofft die ukrainische Opposition auf einen friedlichen Ausweg. Sie wollen weiter verhandeln und dabei mindestens die Aufhebung der Anti-Demonstrationsgesetze, am liebsten aber vorgezogene Neuwahlen erreichen.”