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Ägyptische Veränderungen - eine Chronologie

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Ägyptische Veränderungen - eine Chronologie

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Drei Jahre ist es jetzt her, seit in Ägypten das Volk seinen Langzeitherrscher Husni Mubarak entmachtet hat. 18 Tage Dauerprotest auf dem seither weltbekannten Tahrir-Platz hatten genügt – und eine kurz zuvor noch unbezwingbar erscheinende Macht brach wie ein Kartenhaus zusammen. Am 11. Februar 2011 trat Präsident Mubarak zurück. Da war die Furcht vor ihm längst dem Spott gewichen. Und aus den Räumen, in denen er regiert hatte, entfernten sie sein Bild.
Ende einer Epoche. Ob es auch der Beginn einer besseren Epoche werden könnte, musste sich erst noch zeigen. Zunächst sah es danach aus. Im Juni 2012 erlebten die Ägypter die erste demokratische Wahl in ihrer Geschichte. Es gewann die am besten organisierte Partei, jene der Muslimbrüder. Deren Führer Mohammed Mursi wurde Präsident und em Generalstabschef Abdel Fattah al Sisi, der schon Präsident Mubarak gedient hatte, gab sich zu diesem Zeitpunkt noch loyal gegenüber dem neuen Präsidenten. Die Zeit verging, die Lebensbedingungen der meisten Menschen wurden nicht besser. Also machte sich Unmut breit.
Gleichzeitig verordneten die nun regierenden Muslimbrüder dem Volk mehr religiöse Regeln, als die meisten Ägypter wollten. Da traten dann wieder die Militärs auf den Plan. In Ägypten waren sie seit Nasser ein Staat im Staate mit mehrfacher Putscherfahrung. Und Generalstabschef al Sisi ließ nun alle Loyalität gegenüber dem gewählten Präsidenten fallen. Die Militärs erklärten die offiziell immer noch regierende Partei der Muslimbrüder zur “terroristischen Organisation”. Das war im August 2013. Zum 3. Jahrestag der Aufstände gegen Mubarak veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zur aktuellen Situation in Ägypten. Darin heisst es, die aktuellen Machthaben treten die
Menschenrechten.mit Füßen. Khaleb Mansour von der ägyptischen Initiative für Persönlichkeitsrechte schätzt ein: Εs ist noch einen langen Weg zu gehen bis zur Umsetzung der Forderungen der Revolution von 25. Januar und auch zur Erfüllung der Forderung von 30. Juni. Als ersten Schritt nennt er den Respekt von den Menschenrechten, beginnend mit den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rechten. wörtlich: “Wir müssen uns immer daran erinnern, dass die Armut des Volkes ihre Wurzeln hat in politischen Störungen, politisch motivierter Gewalt oder in dem, was man Terrorismus nennt.”
Vor 10 Tagen haben die Ägypter über eine neue Verfassung abgestimmt. Beobachter meinen, der nunmehrige starke Mann im Lande, der General Sisi, dessen Ideen den neuen Verfassungstext prägen, wolle mit der Volksabstimmung gleichzeitig testen, ob er Chancen habe, im April zum Präsidenten gewählt zu werden.