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Das leise Sterben im Südsudan

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Das leise Sterben im Südsudan

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Die lauten Töne aus Osteuropa haben das leise Sterben in Afrika schon fast wieder in Vergessenheit geraten lassen. Das hier ist Südsudan. Der jüngste Staat, erst 2011 von Sudan abgespalten. Den Menschen dort hat das nichts gebracht. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk leiden fast eine halbe Million Menschen unter Flucht und Vertreibung. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat gerade Nothilfe für 73.000 Flüchtlinge herangeschafft. Ein Flugzeug voller Medikamente, Mittel zum Desinfizieren. Lange wird der Vorrat nicht reichen. Dermot Carty ist der stellvertretende Direktor des Nothilfeprogramms von UNICEF. “Diese Hilfe wird überall in den betroffenen Gebieten gebraucht”, sagt er und erklärt auch gleich, warum nicht überall Hilfe hingelangen kann. Wegen der Sicherheitslage , die eigentlich ein Un-Sicherheitslage ist. Bestimmte Orte sind gar nicht zu erreichen, Orte wie Malakal, Bentu, Bor und andere.
Seit dem 15. Dezember sind die nie ganz beendeten ethnischen Konflikte wieder mit voller Brutalität ausgebrochen. Mindesten tausend Tote soll es seither schon gegeben haben. Südsudan liegt mitten in einer Region voller Konflkte, bei denen die Flüchtlinge ständig über die Grenzen einzelner Länder hin- und hergetrieben werden.
Dieser Mann in einem Lager in Uganda
berichtet von wahllosem Töten. Da würden keine Unterschiede gemacht zwischen Frauen, alten Männern oder kleinen Kindern. James Malwalk, der es bis in ein Flüchtlingslager in Uganda geschafft hat, sagt zu seinen Erlebn9issen nur: “Die töten wahllos und massenhaft.” Und wer den Mördern entkommt, den töten die lebensfeindlichen Verhältnisse. Die verzweifelte Frau im Rot-Kreuz-Lager, wo vor allem Mütter mit ihren Kindern gestrandet sind, hat nur Mangel aufzuzählen: “Wir haben kein Wasser, keinen Platz zum Schlafen, viele haben Hunger. Es gibt hier nichts, nichts zum Anziehen, gar nichts.”
Jene, die vor den Massakern bis in dieses Lager in Uganda geflohen sind, werden hier von Hunger und Krankheiten eingeholt. Afrika. Wie immer, wenn die Welt anderweitig beschäftigt ist.