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Flucht aus Argentiniens Peso - Regierung knickt ein

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Flucht aus Argentiniens Peso - Regierung knickt ein

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Argentinien lockert nach dem Verfall der Landeswährung Peso die Devisenregeln. Nach Medienberichten will das Land
seine Devisenkontrollen aufheben – ab kommender Woche sollen nach Regierungsangaben Dollarkäufe freigegeben und die fälligen Abgaben gesenkt werden. Das sagte Kabinettschef Jorge Capitanich dem Finanzdienst Bloomberg zufolge. Der argentinische Peso hat seit Jahresbeginn 17 Prozent an Wert eingebüßt – soviel wie keine andere Währung der Welt.

Nach Stützungskäufen für den Peso drohten der Notenbank die Devisenreserven auszugehen.

Fausto Spotorno, Politologe:

“Die Zentralbank greift nicht mehr ein, weil ihre Reserven zur Neige gehen. Ich meine, die Devise lautet: “Gut, lasst uns aufhören, die Reserven zu plündern und sehen, wohin der Dollar läuft.” Hätten sie weitergemacht, wären täglich Hunderte Millionen Währungsreserven verschwunden, in einer Woche Milliarden, macht mindestens vier Milliarden im Monat. In spätestens fünf Monaten wären sie aus dem Markt gewesen.”

Am Donnerstag hatte der Peso zeitweise den größten Tagesverlust seit der argentinischen Finanzkrise 2002 erlitten. Die Kopplung an den Dollar wurde aufgegeben, der Peso verfiel.

Das kommt laut Händlern einer Kapitulation vor
den Märkten gleich. Vor Kurzem hatte Staatspräsidentin Cristina Kirchner einen solchen Schritt noch ausgeschlossen.

Angesichts einer galoppierenden Inflation hatten immer mehr Argentinier ihr Geld in Dollar getauscht.

su mit Reuters