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US-Urteil: Schwangere darf sterben

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US-Urteil: Schwangere darf sterben

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Darf man eine hirntote Frau gegen den Willen ihrer Familie am Leben erhalten, weil sie schwanger ist? Nein – das hat jetzt ein Gericht im texanischen Fort Worth entschieden.

Die Familie darf Marlise Munoz und ihr ungeborenes Kind nun beisetzen, die lebenserhaltenden Maschinen werden abgestellt. “Das ist eine so traurige Situation. Wir sind erleichtert, dass Erick Munoz seine Frau nun betrauern kann”, so Heather King, die Anwältin der Familie.

Erick Munoz hatte seine Ehefrau im November 2013 bewusstlos aufgefunden. Ob der damls 14-wöchige Fötus den Zusammenbruch der Mutter unbeschadet überstanden hat, ist umstritten. Die Eltern der Patientin bezweifeln das.

Stephen Broden, ein ortsansässiger Pfarrer, ist über das Urteil erschüttert: “Wir glauben, dass sich bisher niemand wirklich für das Leben des Kindes eingesetzt hat. Wir aber tun das. Es gibt Familien, die bereits sind, sich um dieses Kind zu kümmern, egal in welchem Zustand es sich befindet.”

Die Ärzte hatten die 33-Jährige bisher künstlich am Leben erhalten, um ihr ungeborenes Kind zu retten. Das Krankenhaus berief sich dabei auf die in Texas geltende Rechtslage. Erick Munoz klagte. In den USA war daraufhin die Debatte um Sterbehilfe und um den Schutz ungeborenen Lebens neu entbrannt.