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Ägypten: 29 Tote bei Zusammenstößen am Jahrestag der Revolution

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Ägypten: 29 Tote bei Zusammenstößen am Jahrestag der Revolution

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In Ägypten ist die Zahl der Gewaltopfer im Zusammenhang mit Protesten am dritten Jahrestag des Ausbruchs der Revolution gestiegen. Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums starben landesweit mindestens 29 Demonstranten bei Zusammenstößen mit der Polizei.

Auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo waren die Sicherheitsvorkehrungen enorm. Dort feierten Zehntausende Anhänger des Militärs die Übergangsregierung unter Führung des Generals Abdel Fattah al-Sisi. Militärhubschrauber kreisten in der Luft. Armeepanzer und
Stacheldraht riegelten den Platz hermetisch ab. Die Teilnehmer
der Kundgebung mussten durch eigens aufgestellte Sicherheitsschleusen
gehen, um das Einschmuggeln von Waffen und Bomben zu verhindern.
Gegendemonstranten konnten sich nur an einer der Zugangsstraßen
formieren. Die Polizei trieb sie mit Tränengas und Schüssen in die
Luft auseinander.

Die Protestierenden teilen sich Beobachtern zufolge in zwei Gruppen: in liberal-säkulare Gegner der Militärregierung und die Muslimbrüder – die Anhänger des im Sommer gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Die tödlichen Zusammenstöße mit der Polizei konzentrierten sich auf Kairo – dort starben 26 Menschen. Weitere Tote soll es in den Städten Al-Minya und Alexandria gegeben haben. Am Wochenende hatte es bereits eine Serie von Bombenanschlägen mit mehreren Toten in Kairo gegeben.

Euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim zu der gespannten Lage vor Ort:
“Die gewalttätigen Zusammenstöße zwischen den politischen Fraktionen bei den Jubiläumsfeiern zeigen einmal mehr, dass der Ausweg aus der derzeitigen Krise Versöhnung sein muss.”