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70 Jahre nach Ende der Belagerung: St. Petersburg gedenkt der Millionen Opfer

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70 Jahre nach Ende der Belagerung: St. Petersburg gedenkt der Millionen Opfer

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70 Jahren nach dem Ende der Belagerung Leningrads, des heutigen St. Petersburg, hat die Stadt der Opfer gedacht.

Präsident Wladimir Putin, der selbst aus St. Petersburg stammt und dessen älterer Bruder bei der Belagerung starb, legte im Andenken an die Opfer am Piskarjowskoje-Gedenkfriedhof einen Kranz nieder.

Die Aushungerung Leningrads gilt eines der schwersten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht während des Russlandfeldzuges.

872 Tage lang kesselten Wehrmacht und finnische Verbündete die auch damals zweitgrößten russische Stadt ein, begleitet von ständigem Beschuss. Auf Befehl Hitlers sollte kein Soldat Leningrad betreten und die Stadt allein durch Aushungerung in die Knie gezwungen werden.

Bis zu eine Million Zivilisten fanden so den Tod. Die Not führte auch zu tausenden Fällen von Kannibalismus. Schätzungen zufolge verlor eine weitere Million Soldaten der Roten Armee ihr Leben bei der Verteidigung der Stadt bis zur Befreiung am 27. Januar 1944.

Eine Überlebende erinnert sich, “wie die Menschen die Soldaten küssten, die in die Straßen einmarschierten. Die sahen total verdreckt und mitgenommen aus”.

“Nach dem Ende der Blockade tanzten meine Mutter und ich jeden Tag auf dem Platz vor dem Palast. Meine Mutter verlor sogar einen ihrer Schuhabsätze”, so eine weitere Überlebende.

Anlässlich des 70. Jahrestages des Endes der Belagerung haben in St. Petersburg mehrere Museen und Ausstellungen die Pforten geöffnet.

Eine Parade führte Kriegsgerät vor, das damals zu Einsatz kam, während Darsteller den Verlauf der Kämpfe nachstellten.