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Ägypten zieht Präsidentschaftswahlen vor

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Ägypten zieht Präsidentschaftswahlen vor

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In Ägypten sollen in Kürze Präsidentschaftswahlen stattfinden. Das erklärte Übergangspräsident Adli Mansur am Sonntag in einer Fernsehansprache. Einen genauen Termin nannte Mansur nicht.

Ursprünglich war vorgesehen, zunächst ein Parlament und dann ein Staatsoberhaupt zu wählen. Man habe den Fahrplan umgedreht, so dass zunächst Präsidentschafts- und danach Parlamentswahlen stattfinden werden, sagte Mansur.

Kritiker hatten vorgebracht, es sei besser, zunächst einen starken Präsidenten zu wählen, bevor sich ein vermutlich stark zersplittertes Parlament konstituiert.

Generalstabschef General Abdel Fattah al-Sisi gilt als aussichtsreichster Kandidat. Al-Sisi hatte auch bei Mursis Sturz Regie geführt. Viele Ägypter wünschen sich, dass der starke Mann Präsident wird.

“Ich glaube das Land braucht einen starken Präsidenten mehr als ein Parlament. Es ist gut, den Präsidenten vor dem Parlament zu wählen”, meint Omar Gamal Al-Din aus Kairo. “Es ist nicht gut, die Präsidentschaftswahlen vorzuziehen. Warum haben wir die Revolution gemacht? Zuerst ein Parlament, dann ein Präsident. Es ist inakzeptabel zur Diktatur zurückzukehren. Wir brauchen ein Parlament, das die Menschen vertritt”, fordert dagegen Mohammed Salama.

Der dritte Jahrestag der Revolution in Ägypten wurde von blutiger Gewalt überschattet. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern kamen am Samstag im Ganzen Land 49 Menschen ums Leben, rund 250 Menschen wurden verletzt.