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Internationaler Gerichtshof urteilt im chilenisch-peruanischen Grenzstreit

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Internationaler Gerichtshof urteilt im chilenisch-peruanischen Grenzstreit

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Im Streit zwischen Peru und Chile über die Seegrenze im Pazifik hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag am Montag sein mit Spannung erwartetes Urteil gesprochen. Nach chilenischer Rechtsauffassung verlief die Seegrenze entlang einer parallel zum Äquator verlaufenden Linie, nach peruanischer in gleichem Abstand von der Küste.

Für die ersten 80 Seemeilen gab der Gerichtshof Chile Recht. In den 50er Jahren hätten beide Staaten eine entsprechende Übereinkunft für die Küstenfischerei getroffen. Darüber hinaus bis zum Ende 200-Meilen-Zone soll die Grenze, wie von Peru gewünscht, in gleichem Abstand von der chilenischen und peruanischen Grenze verlaufen.

Die Richter beauftragten beide Staaten den genauen geografischen Verlauf der Grenze entsprechend ihrer Grundsatzentscheidung selbst “im Geiste guter Nachbarschaft” festzulegen. Zwar fällt nun der größere Teil des umstrittenen Seegebietes an Peru, die für die Küstenfischer wichtigen Gewässer jedoch sind chilenisch.

Experten beziffern den jährlichen wirtschaftlichen Nutzen des umstrittenen Gewässers auf rund 170 Millionen Euro, die Hälfte davon auf den Ertrag aus dem Sardellenfang in einem Gebiet bis zu 10 Seemeilen von der Küste entfernt.

Anfang der 50er Jahre hatten Chile und Peru die vom Gericht bestimmte Linie parallel zum Äquator als Abgrenzung ihrer Fischereiinteressen selbst festgelegt. Die Richter sahen in dieser Übereinkunft eine bindende gemeinsame Grenzziehung. Da Fischkutter einen Aktionsradius von etwa 80 Seemeilen hätten, sei bis zu einem Punkt 80 Seemeilen von der Küste entfernt, diese Grenzfestlegung bindend.

Darüber hinaus, bis zum Ende der 200-Meilen-Zone sei der peruanischen Rechtsauffassung zu folgen, dass eine Grenzziehung damals nicht erfolgt sei und diese nun gemäß dem völkerrechtlich verankerten Äquidistanzprinzip (gleicher Abstand von der Küste) zu erfolgen habe.

Weiterführende Links

Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes (englisch)

Kurzfassung des Urteils für die Presse (englisch)