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Kunst mit "Auszieh-Effekt" von Li Hongbo

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Kunst mit "Auszieh-Effekt" von Li Hongbo

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Skulpturen, die sich verbiegen und schier unendlich ausdehnen lassen, wie in einem Science-Fiction-Film, erschafft der Chinese Li Hongbo. Das ist kein digitaler Spezialeffekt, sondern ein raffinierter Papiertrick. Die Büsten bestehen aus vielen Papierschichten. Der Pekinger Künstler zeigt die flexiblen Skulpturen derzeit in seiner ersten Soloschau in New York.

Li Hongbo: “Ausgangspunkt war traditionelles chinesisches Spielzeug, Papierlaternen, die sich verbeigen lassen. Mein erstes Objekt war eine Pistole, eigentlich Gegenstand zum Töten, der sich in ein Spielzeug oder ein Dekorationsobjekt verwandeln lässt. Die Pistole ist plötzlich keine Waffe mehr.”

Ausgangspunkt seiner Werke sind große Papierblöcke aus Seidenpapier, die er aus Tausenden von Blättern zusammenklebt.

Daraus schnitzt, schneidet und feilt Li Hongbo Objekte die sich, auseinanderziehen lassen. Dass er damit zum Teil starke Reaktionen beim Betrachter erzeugt, ist dem Künstler bewusst.

Li Hongbo: “‘Merkwürdig’ und ‘verstörend’ sind Begriffe, die ich immer wieder höre. Die Leute haben eine bestimmte Vorstellung davon, wie ein Mensch auszusehen hat. Wenn man die Darstellung des menschlichen Körpers manipuliert, entsteht eine neue, unerwartete Form, die den Betrachter dazu einlädt, über Sinn und Zweck des Kunstwerks nachzudenken.”

Bis Anfang März sind die dehnbaren Büsten in der New Yorker “Klein Sun Gallery” zu sehen. Das Anfassen der Werke ist allerdings verboten. Wer wissen will, wie der Auszieheffekt funktioniert, muss ihn sich vorführen lassen.