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Leben hinter den Barrikaden in Kiew

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Leben hinter den Barrikaden in Kiew

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Anna geht nicht auf die Barrikaden in Kiew, sie geht jeden Tag nach der Arbeit einkaufen: Zucker, Tee, Kaffee, Kekse und Konserven – das klassische Versorgungspaket für die Maidan-Aktivisten. Die 28-Jährige bringt die Lebensmittel zu einer Feldküche auf dem Unabhängigkeitsplatz. Die Demonstranten können hier kostenlos essen. Anna ist nicht die Einzige, die hilft. Allein im vergangenen Monat bekamen die Maidan-Aktivisten rund 260.000 Euro an Spenden. Anna erzählt: “Ich kann nicht tatenlos zusehen. Manchmal brauchen die Demonstranten Tee und Kaffee, manchmal aber auch Medikamente. Die Menschen hier benötigen unsere Hilfe.”

In den umliegenden Straßen sind Geschäfte, Banken und Restaurants seit Beginn der Proteste geschlossen.Viktor wohnt in der Gegend. Er ist wütend auf die Demonstranten: “Krach und überall Rauch! Es ist unmöglich hier zu leben! Ich mag das ganze Chaos nicht. Wenn sie demonstrieren wollen, sollen sie das tun, aber sie sollten Andere nicht stören!” Ein anderer Mann meint: “Alles ist ok. Die Menschen kämpfen für ihre Rechte. Sie stören mich nicht.”

Die Demonstranten liefern sich seit mehr als zwei Monaten trotz eisiger Kälte ein Kräftemessen mit der Regierung. Ein Ende ist nicht in Sicht.