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Paris und Ankara kommen sich näher

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Paris und Ankara kommen sich näher

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Der französische Staatspräsident François Hollande ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Türkei eingetroffen. Hollande versprach eine Volksabstimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei. Es dürften keine “Ängste” vor einem EU-Beitritt der Türkei geweckt werden.

Unser Korrespondent vor Ort erklärt:
“Zum ersten Mal seit 22 Jahren stattet ein französischer Präsident Ankara einen offiziellen Besuch ab. Die Türkei hofft darauf, dass die Hürden beim EU-Beitritt, die Sarkozy aufgestellt hat, entfernt werden, Frankreich, dass Handelsschranken fallen, die errichtet wurden, als der französische Senat das Gesetz über die Leugnung des armenischen Völkermordes verabschiedete. Jetzt versucht man erste Schritte, die Beziehungen wieder zurechtzurücken.”

Auf der Pressekonferenz war in der Armenien-Frage aber keine Annäherung erkennbar.

“Die Erinnerungsarbeit ist immer schmerzlich, aber sie muss erfolgen. Wir müssen auf Versöhnung hinarbeiten, indem wir betrachten, was geschehen ist und anerkennen, was geschehen ist”, sagte Frankreichs Präsident Hollande.

“Künftige Generationen die Leiden von vor hundert Jahren erneut durchleben zu lassen, das ist keine gute Idee. In diesem Fall sollte man das Historikern überlassen”, sagte der türkische Staatschef Gül.

Obwohl der französische Verfassungsgericht das Gesetz über die Legung des Völkermordes an den Armeniern als verfassungswidrig aufhob, belastet die Affäre die Beziehungen stark. Seither hat sich der Anteil Frankreichs an den Importen der Türkei halbiert.

Hollande reist von Ankara nach Istanbul, wo er an einem türkisch-französischen Wirtschaftsforum teilnehmen wird.