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Marschall Abdel Fatah al-Sisi - Ägyptens starker Mann

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Marschall Abdel Fatah al-Sisi - Ägyptens starker Mann

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Hier kommt der starke Mann Ägyptens. In den Augen nicht weniger Landsleute gilt er als der “Retter des Landes”. Drei Jahre nach der Revolution, die Langzeitmachthaber Husni Mubarak hinwegfegte, ist nun wieder das Militär an der Macht.
Und General Abdel Fatah al Sisi ist auf dem Weg an die Staatsspitze. Solche Propagandaplakate mit Lobeshymnen auf den General erscheinen derzeit überall in Ägyptens Städten. Im August 2012 stand der Oberbefehlshaber der Armee noch stramm und loyal vor dem eben demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi. Al-Sisi, der unter Mubarak Karriere gemacht hatte, löste den für das Amt wohl zu alt und unbeweglich gewordenen Marschall Tantaoui als Verteidigungsminister ab.
Mit dem Muslimbruder Mohammed Mursi hatte Ägypten nach Jahrzehnten der Militärherrschaft erstmals einen Zivilisten an der Staatsspitze. Aber der schaffte es nicht, das Land zu befrieden. Seine Muslimbrüder, zum Zeitpunkt des Mubaraksturzes die am besten organisierte Opppositionskraft, stießen mit ihrem islamistischen Programm bei immer mehr Ägyptern auf Widerstand. Da erschien der oberste Militär des Landes, Generalstaschef und Verteidigungsminister al-Sisi, als Retter in der Not. Es sei ihm eine Ehre, das Volk zu schützen, verkündete der General, das beschwor er bei Gott.
Derweil landete der gestürzte Präsident Mursi hinter Gittern. Seine einen Gottesstaat anstrebende
“ Partei der Muslimbrüder” wurde zur terroristischen Organisation erklärt. Was wieder zu blutigen Zusammenstößen führte. Von mehr als tausend Toten seit dem Sommer 2013 ist die Rede. Und das Volk? Das sagt, wenn es denn zu Wort kommt, es wolle in Ruhe und ohne religiösen Druck leben.
Ohne religiösen Druck. So sieht es auch die neue, stark von al-Sisi inspirierte Verfassung vor, die im Dezember angenommen wurde. Als zum Referendum aufgerufen wurden, kommentierten Kenner des Landes, das sei jetzt ein Test für al-Sisi, ob er genug Zustimmung an den Urnen erwarten könne, um sich im April zur Präsidentenwahl stellen zu können. In einer Schokaladenfabrik ist man sich dessen schon sicher. “7. Präsident der Republik Ägypten” steht auf den Leckereien mit seinem Porträt. Man wird sehen, ob diese süßen Happen dem ägyptischen Volk bekommen.