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Brüssel: Protest gegen geplantes Anti-Abtreibungsgesetz in Spanien

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Brüssel: Protest gegen geplantes Anti-Abtreibungsgesetz in Spanien

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In Brüssel haben am Mittwoch etwa zweitausend Männer und Frauen gegen die Pläne für ein verschärftes Abtreibungsgesetz in Spanien protestiert. Unter den Demonstranten befanden sich auch europäische Abgeordnete. Die Protestierenden bezeichneten das Gesetz als “mittelalterlich”.

Es gefährde und bevormunde Frauen, die ungewollt schwanger seien, meinte die spanische Demonstrantin Rafaela Gomez Lucena: “Dieses Gesetz respektiert die Rechte von Frauen nicht im Mindesten. Mit diesem Gesetz werden wir Frauen behandelt, als wären wir minderjährig.”

Der Belgier Alexandre Govaerts hofft auf ein Einlenken der spanischen Regierung: “Wir verlangen, dass sie das Gesetz überdenkt und ändert. Das Recht auf Abtreibung sollte nicht so strikt gehandhabt werden, wie vorgesehen.”

Sollte die Regelung in Kraft treten, könnten Frauen nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei einem erheblichen Gesundheitsrisiko abtreiben. Das derzeitige Abtreibungsrecht in Spanien ist deutlich liberaler. Frauen können in den ersten 14 Wochen einer Schwangerschaft frei über einen Abbruch entscheiden, erst danach müssen sie eine ärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

Spanien scheint jedoch nicht das einzige Land in Europa zu sein, in dem die Abtreibungspolitik diskutiert wird, wie die Demonstrantin Lina Vospliute gegenüber euronews erklärte: “Ich bin heute hier, weil die Situation in Litauen ähnlich ist.”

Die Demonstranten in Brüssel zogen von der spanischen Botschaft zum EU-Parlament. Sie hoffen, dass ihr Protest Madrid noch umstimmen kann. Bisher hat die spanische Regierung noch keinen Termin für die Abstimmung im Parlament angesetzt. Das Gesetzesvorhaben ist auch innerhalb der konservativen Partei von Ministerpräsident Mariano Rajoy und in der Gesellschaft umstritten.